https://www.faz.net/-gq5-8jg24

Nach Terror in Nizza : Frankreich ruft „patriotische Bürger“ zum Reservistendienst auf

  • Aktualisiert am

Polizisten patrouillieren am Samstag in Nizza. Die „operativen Reservekräfte“ in Frankreich bestehen derzeit aus 12.000 Freiwilligen. Bild: AP

Angesichts des Anschlags in Nizza will Frankreichs Innenminister die Präsenz der Sicherheitskräfte ausbauen. Er bittet französische Staatsbürger mit und ohne militärische Ausbildung, sich für den Reservistendienst zu melden.

          Nach dem schweren Anschlag in Nizza hat der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Samstag alle willigen „patriotischen Bürger“ zum Reservedienst bei den Sicherheitskräften aufgerufen. Der Appell richte sich an französische Staatsbürger mit und ohne militärische Ausbildung und ebenso an ehemalige Soldaten, gab Cazeneuve bekannt. Präsident François Hollande hatte sich bereits am Freitag dafür ausgesprochen, die Reihen der Polizei und Gendarmerie zu stärken.

          Die „operativen Reservekräfte“ in Frankreich bestehen derzeit aus 12.000 Freiwilligen. 9000 davon gehören der paramilitärischen, 3000 der regulären Polizei an. Cazeneuve sagte: „Wir werden die Präsenz der Sicherheitskräfte im Land ausbauen.“ Die Zahl der zum Schutz der Bevölkerung abgestellten Sicherheitskräfte gab der Minister mit fast 100.000 an, darunter 53.000 Polizisten, 36.000 paramilitärische Polizisten und 10.000 Soldaten.

          Innenpolitisch steht Cazeneuve spätestens seit dem Anschlag unter Druck. Ebenfalls am Samstag forderte die Chefin des rechten Front National, Marine Le Pen, angesichts seiner „grauenhaften Bilanz“ seinen Rücktritt.

          In Nizza war ein 31-jähriger Tunesier am späten Donnerstagabend kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge gefahren und hatte dabei mindestens 84 Menschen getötet und zahlreiche weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt, bevor Polizisten ihn erschossen.

          Weitere Themen

          Droht ein neuer Kalter Krieg? Video-Seite öffnen

          FAZ.NET-Video von der MSC 2019 : Droht ein neuer Kalter Krieg?

          Das Ende des INF-Vertrags führt zu neuen Spannungen in der Weltpolitik. Wird sich die Geschichte wiederholen? Die FAZ.NET-Redakteure Kathrin Jakob und Lorenz Hemicker gehen der Frage bei der Sicherheitskonferenz in München nach.

          Droht der Welt ein nukleares Wettrüsten?

          Debatte in München : Droht der Welt ein nukleares Wettrüsten?

          Amerika, Russland und China rüsten auf. Wie gefährlich ist das? Welche Rolle sollte die Nato übernehmen? Und wie viel Verantwortung muss Deutschland tragen? Die Diskussion mit den F.A.Z.-Experten auf der Münchner Sicherheitskonferenz zum Nachschauen.

          Russischer Außenminister Sergej Lawrow am Rednerpult Video-Seite öffnen

          FAZ.NET-Livestream : Russischer Außenminister Sergej Lawrow am Rednerpult

          Auf der 55. Münchner Sicherheitskonferenz lieferten sich am Samstag bereits Merkel und Pence ein Rededuell. Yang Jiechi, der oberste Außenpolitiker Chinas, sprach sich für Multilateralismus aus. Nun ist Russlands Außenminister an der Reihe. Verfolgen Sie die Konferenz hier im Livestream.

          Topmeldungen

          Zum Tod von Bruno Ganz : Die Welt läuft falsch

          Bruno Ganz ist gestorben, mit 77 Jahren, zu Hause in Zürich. Zum Schauspielen benötigte der größte deutschsprachige Mime seiner Generation kaum etwas anderes als sein Gesicht, seinen Blick und seine Stimme.

          Merkel in München : Die Instant-Führerin der freien Welt

          Einer der letzten Auftritte der Kanzlerin in München wird zu ihrem größten Triumph. Selbstbewusst und bescheiden zugleich hält sie ein flammendes Plädoyer für Multilateralismus. Viele zollen ihr stehend Applaus. Doch eine bleibt sitzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.