Frankreich :
Frauen, keine guten Väter

Von Michaela Wiegel, Paris
Lesezeit: 3 Min.
Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem
Frankreich bekommt ein Gleichheitsgesetz. Das bürgerliche Gesetzbuch wird auf Wunsch der Grünen sprachlich bereinigt. Die Académie française soll per Vorschrift mehr Frauen aufnehmen.

Die „Unsterblichen“ der Académie française haben schon Widerstand angekündigt. Die französische Linksregierung will der von Kardinal Richelieu im Jahr 1635 begründeten Akademie vorschreiben, künftig mehr Frauen aufzunehmen. Unter den derzeit 38 Mitgliedern der Académie française (zwei Sitze stehen zur Wahl) sind nur acht Frauen. Die sozialistische Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem führt dieses Ungleichgewicht auf das Wahlverfahren zurück. Die „Unsterblichen“ entscheiden in geheimer Wahl selbst darüber, wer es verdient, „unsterblich“ zu werden. Männer hätten bessere Chancen, von Männern gewählt zu werden, beklagte Vallaud-Belkacem. Deshalb soll ein Gesetz jetzt regeln, was die Schriftsteller und Gelehrten nicht aus eigenem Antrieb über die Jahrhunderte vollbracht haben. Auch die anderen vier Akademien sowie das Institut de France sind angehalten, ihren Frauenanteil zu erhöhen.

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