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Vor dem Grexit-Gipfel : Frankreich denkt über Schuldenschnitt für Athen nach

Ein Herz für Griechenland: Der französische Premierminister Manuel Valls Bild: AFP

Wenige Stunden vor dem Gipfel über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone melden sich gewichtige Fürsprecher Athens zu Wort. Der französische Premierminister Valls stellt eine teure Lösung in Aussicht.

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          Ein Schuldenerlass zugunsten Griechenlands ist nicht länger tabu. Das hat der französische Premierminister Manuel Valls am Dienstag im Radiosender RTL vor Auftakt des Euro-Gipfels in Brüssel bekundet. Valls steht in ständigem Austausch mit Präsident François Hollande und ist von diesem über das Gespräch beim abendlichen Arbeitsessen im Elysée-Palast mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterrichtet worden.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Wir können nicht das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone eingehen“, sagte Valls. Der „Grexit“ stelle ein unzumutbares Risiko „für das Wachstum und die Weltwirtschaft“ dar. „Frankreich wird alles tun, um Griechenland in der Eurozone zu halten“, sagte der sozialistische Regierungschef. Auf Rückfrage bestätigte er, dass dies auch einen Schuldenschnitt und eine Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden verlangen könne. „Für uns ist das Thema nicht tabu“, sagte Valls.

          „Stolz und Würde verteidigt“

          Der Sozialist wies entschieden die Äußerung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zurück, wonach der griechische Regierungschef die „letzten Brücken eingerissen hat, über die Europa und Griechenland sich auf einen Kompromiss zu bewegen konnten". „Nein, das war nicht die Botschaft“, sagte Valls. Die Griechen hätten vielmehr ihren „Stolz“ und ihre „Würde“ verteidigen wollen.

          Der französische Regierungschef erweckte den Eindruck, dass die Bundeskanzlerin und der Präsident mit einer gemeinsamen Position nach Brüssel führen. „Das deutsch-französische Paar hat voll seine Rolle gespielt“, sagte Valls. Europa erlebe einen historischen Moment.

          Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande hatten vor ihrem Abendessen am Montagabend vor der Presse ihre Divergenzen zu überdecken versucht. Merkel betonte, dass schon in der Vergangenheit „sehr viel Solidarität mit Griechenland“ gezeigt worden sei. „Auch das letzte Angebot in den Verhandlungen war ein sehr großzügiges Angebot“, sagte sie. Sie forderte, dass auch die griechische Regierung sich ihrer Verantwortung stelle.

          Hollande hingegen wies auf die politische Bedeutung der Eurozone hin und verlangte weitere Solidarität mit Griechenland. An diesem Mittwoch sollen die Abgeordneten in der französischen Nationalversammlung über die weitere Griechenland-Politik debattieren. Eine Abstimmung ist allerdings nicht vorgesehen.

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