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Anschlag von Lyon : Verbindung zu IS in Syrien erhärtet sich

Verbindung zu IS?: der Terrorverdächtige Yassin S. wird von französischen Polizisten aus seiner Wohnung in Saint-Priest nahe Lyon geführt. Bild: AP

Bislang hatten die französischen Ermittler nur vermutet, dass Yassin S. eine Verbindung zur Terrormiliz IS in Syrien hatte. Nun hat die Polizei den Empfänger eines von S. verschickten Fotos mit dem Kopf seines Opfers identifiziert. Für die Polizei ist der Mann kein Unbekannter.

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          Der Verdacht auf eine Syrien-Verbindung des mutmaßlich islamistisch motivierten französischen Terroristen Yassin S. hat sich am Montag erhärtet. So hat der 35 Jahre alte Mann aus dem Großraum Lyon nach der Enthauptung seines Chefs und vor dem geplanten Selbstmordattentat auf ein Gaslager in der Fabrik „Air Products“ ein Selfie mit dem Kopf seines Opfers an einen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien geschickt.

          Michaela Wiegel
          (mic.), Politik

          Bei dem Empfänger der makabren Aufnahme handelt es sich nach Angaben der französischen Polizei um den 30 Jahre alten Franzosen Yunes-Sébastien V.-Z.. Der Mann gehörte wie S. einer islamistischen Gruppe in Besancon an und war 2006 den Sicherheitsbehörden erstmals aufgefallen. Yunes-Sébastien V.-Z.  soll sich seit November 2014 in syrischem Bürgerkriegsgebiet aufhalten.

          Der Vater hatte das Verschwinden seines zum Islam konvertierten Sohnes im Dezember 2014 gemeldet. Yassin S. wird seit Sonntagabend im Hauptquartier des französischen Geheimdienstes in Levallois-Perret verhört. Seine Ehefrau und seine Schwester sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Beide gaben gegenüber der Polizei an, Yassin S. sei bereits 2009 nach Syrien gereist.

          Der Reisepass des mutmaßlichen Terroristen ist weiter unauffindbar. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Geheimdienstkreise meldete, leugnet Yassin S. im Verhör einen religiösen Hintergrund.  Er bestätigte hingegen, dass er ein Selbstmordattentat geplant hatte. Der Feuerwehrmann, der ihn in der Fabrikhalle überwältigte, gab an, Yassin S. habe „Allah akbar!“  gebrüllt.

          S. war im Arbeitsalltag bei der Belieferung des Anschlagziels “Air Products“ kaum aufgefallen. Es habe nie ein Problem mit ihm gegeben, sagte der örtliche Chef des Unternehmens, Jean-Marc Vinit, am Montag in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon.

          Der 35 Jahre alte Yassin S. war am Freitag auf dem Gelände des Werks für Industriegase beim Versuch überwältigt worden, eine Explosion herbeizuführen. Der Verdächtige arbeitete seit dem vergangenen Jahr für den Transportunternehmer und war als Lieferant in dem Werk bekannt.

          Nach Angaben des Werksleiters Vinit hatte Yassin S. einen Zugangsausweis für das Gelände. Das Transportunternehmen habe für Air Products Behälter an Kunden ausgeliefert. Dabei habe er sich verhalten wie andere, die regelmäßig auf das Gelände kämen.

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