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Flüchtlingsschiffe untergegangen : Hunderte Tote bei zwei Schiffsunglücken befürchtet

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Nur wenige Überlebende: Illegale Einwanderer nach ihrer Rettung am Montag bei Garabulli in Libyen Bild: AFP

Vor Malta und der libyschen Küste sollen zwei Schiffe mit Migranten untergegangen sein. Es werden hunderte Tote befürchtet. Eines der Boote ist nach Berichten von Augenzeugen womöglich absichtlich zum Kentern gebracht worden.

          Bei einem Schiffsuntergang im Mittelmeer könnten nach Angaben von Katastrophenhelfern bis zu 500 Migranten ums Leben gekommen sein. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag in Rom mitteilte, berichteten zwei Palästinenser, die am Donnerstag von einem italienischen Frachter gerettet wurden, ihr Schiff sei am vergangenen Mittwoch vor Malta untergegangen. Sie sagten demnach aus, dass Menschenschmuggler sie mitten auf hoher See zwingen wollten, das Boot zu wechseln. Als die Flüchtlinge sich weigerten, hätten die Schmuggler deren Schiff gerammt.

          Vier Tage später sank nach Angaben der libyschen Marine vor der Küste Libyens ein anderes Boot mit 250 afrikanischen Migranten an Bord. Nur etwa 26 hätten bei dem Untergang am Sonntagabend vor der libyschen Küste östlich der Hauptstadt Tripolis überlebt.

          Insgesamt sind damit in diesem Jahr IOM zufolge bereits fast 3000 Flüchtlinge gestorben. Im Mittelmeer ertrinken immer wieder Flüchtlinge, die mit wenig seetüchtigen Booten die gefährliche Überfahrt in Richtung Europa versuchen. Dort sind nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) in diesem Jahr über den Seeweg bislang etwa 130.000 Menschen angekommen, mehr als doppelt so viele wie 2013. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge stammt aus dem Bürgerkriegsland Syrien oder Eritrea.

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