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Flüchtlingslager von Calais : Ausschreitungen bei Beginn der Räumung

  • Aktualisiert am

Migranten in Calais werfen Steine auf Polizisten, die mit Tränengas antworten. Bild: dpa

Ab Montag soll das Flüchtlingslager im nordfranzösischen Calais geräumt werden. Schon jetzt gehen die Bewohner mit Steinen gegen Polizisten vor, die mit Tränengas antworteten.

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          Vor der Räumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais ist es zu Krawallen gekommen. Aus einer Gruppe von mehreren Dutzend Menschen flogen in der Nacht zum Sonntag Steine auf Polizisten, die dann Tränengas einsetzten, berichtete der Nachrichtensender BFMTV.

          Die französische Regierung will das umstrittene Lager, in dem nach offiziellen Angaben etwa 6500 Menschen leben, von diesem Montag an auflösen. Die Migranten sollen mit Bussen in Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht werden. Die Behörden schätzen, dass sich im „Dschungel von Calais“ bis zu 200 Aktivisten der „No-Border-“Bewegung aufhalten, die für eine Welt ohne Grenzen eintreten.

          Die Regierung will das Lager noch vor dem Wintereinbruch räumen, um ein humanitäres Fiasko in dem überfüllten Lager zu verhindern. Die Menschen sollen in Aufnahmezentren in ganz Frankreich verteilt werden – und dort unter besseren Bedingungen leben. Wer einen Asylantrag stellt, soll menschenwürdig untergebracht werden. Wer kein Recht auf Asyl hat, soll ausgewiesen werden - so lautet die Linie der Regierung.

          Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl ist Calais auch Thema der großen Politik. Staatschef François Hollande, der abermals antreten dürfte, warnte bereits davor, aus dem Flüchtlingsdrama in Calais politisch Kapital zu schlagen. Konservative Oppositionspolitiker hatten bereits vor vielen „Mini-Calais“ in ganz Frankreich gewarnt. Altpräsident Nicolas Sarkozy von den konservativen Republikanern trat bereits in der Hafenstadt auf. Und die Rechtspopulisten von der Front National nutzen jede Gelegenheit und damit auch die Lage in Calais, ihre pauschale Einwanderungskritik zu äußern.

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