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Fernsehduell zwischen Farage und Clegg : Britische Torheit

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Die EU-Skeptiker dieser Welt haben im Zweifel die eingängigeren Parolen, unabhängig von jeder Realität. Man sollte ihnen energisch gegenübertreten. Aber möglichst nicht live im Fernsehen, wie Nick Clegg es vorhat.

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          Nächstes Jahr finden in Großbritannien Unterhauswahlen statt. In diesem Stadium einer Legislaturperiode pflegen Koalitionspartner allmählich auf Distanz zueinander zu gehen. Trotzdem sollte idealerweise noch ausreichend Vertrauen herrschen, damit der eine den anderen vor Torheiten bewahrt.

          Hätte also nicht Premierminister David Cameron seinem liberaldemokratischen Partner Nick Clegg sagen sollen, ein Fernsehduell mit dem Anführer der extrem europaskeptischen Partei Ukip sei nicht die klügste aller Ideen? Womöglich hat Cameron das ja sogar getan. Dann allerdings hätte sich Clegg als politisches Leichtgewicht zumindest in punkto Urteilsvermögen erwiesen.

          Dass ein Streitgespräch mit einem Populisten wie Nigel Farage für einen führenden Repräsentanten der von manchen so genannten „Altparteien“ schwer zu „gewinnen“ ist, liegt auf der Hand. Die Farages dieser Welt haben im Zweifel die eingängigeren Parolen, unabhängig von jeder Realität. Man sollte ihnen energisch gegenübertreten, aber mit Sinn und Verstand, also möglichst nicht „live“ im Fernsehen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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