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Familiensynode : Kleine Sensation im Vatikan

Zwei Wochen soll die Synode dauern; auch Laien nehmen beratend daran teil. Am Freitag begrüßte sie Papst Franziskus im Vatikan. Bild: AP

Der Zwischenbericht der Familiensynode, die Papst Franziskus im Vatikan einberufen hat, ist eine kleine Sensation. Verfasst hat ihn einer der Falken im Kardinalskollegium. Doch er klingt, als hätte ihm eine Taube ins Ohr gegurrt.

          Der ungarische Kardinal Peter Erdö ist unter den Falken im Kardinalskollegium nicht der handzahmste. Alleine deswegen ist der bis in die Wortwahl hinein „wertschätzende“ Zwischenbericht, den der im Kirchenrecht bewanderte „Generalrelator“ der von Papst Franziskus einberufenen Familiensynode am Montag vorgelegt hat, eine kleine Sensation. Dieser Tenor wiederum lässt darauf schließen, dass die Beratungen über die Sorgen und Nöte von Eheleuten, Familien und Lebenspartnern in der Welt von heute wirklich von jenem Freimut geprägt sein müssen, den Papst Franziskus den Kardinälen zu Beginn der Synode ans Herz gelegt hat.

          Dass es so kommen würde, war durchaus nicht gewiss – schließlich gehören die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und die anwesenden Kardinäle nahezu ausschließlich der „Generation“ Johannes Paul II. und Benedikt XVI an. Doch die Lektüre des Zwischenberichts lässt keinen anderen Schluss zu als den, dass diejenigen argumentativ in der Defensive sind, die meinen, in der Sache sei alles gesagt, es brauche nur eine neue Sprache. „Gradualität“, ein steifer Begriff für ein dynamisches und situationsadäquates Verständnis von Gut und Böse, Richtig und Falsch, scheint ein neue Maxime in der Lehre der Kirche zu werden.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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