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Donald Trump : Mike Pence wird Kandidat für die Vizepräsidentschaft

  • Aktualisiert am

Der ist es: Donald Trump nominiert Mike Pence Bild: AFP

Donald Trump hat überraschend doch schon seinen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft nominiert. Der Gouverneur von Indiana, Mike Pence, kommt gut an beim rechten Flügel der Partei.

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          Donald Trump hat Mike Pence, Gouverneur von Indiana, als seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten bestätigt. Das schrieb Trump, voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner, auf Twitter. Eigentlich wollte Trump wegen des Attentats in Nizza die Ankündigung auf Samstag verschieben, meldet sich nun aber schon auf Twitter zu Wort und kündigte für Samstag noch eine Pressekonferenz an.

          Pence ist seit 2013 Gouverneur von Indiana. Zuvor vertrat er den Bundesstaat als Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Er beschreibt sich selbst als „Christ, Konservativer und Republikaner – in der Reihenfolge“. 2015 unterzeichnete er ein Gesetz in Indiana, das Kritikern zufolge die Diskriminierung Homosexueller fördert. Er hat sich auch für strengere Abtreibungsregeln eingesetzt.

          Pence könnte für Trump nach Einschätzung von Parteistrategen als Brückenbauer innerhalb der Anhängerschaft der Republikaner dienen, von denen viele den Milliardär ablehnen. Er hat den Ruf, ruhig und überlegt zu agieren und kommt gut an beim rechten Flügel der Partei, der dem extrovertierten Trump misstraut. Gleichzeitig genießt Pence aber auch Respekt bei gemäßigteren Vertretern des Parteiestablishments.

          Im Vorwahlkampf erklärte Pence ursprünglich seine Unterstützung für Trumps schärfsten innerparteilichen Rivalen Ted Cruz, dem Favoriten der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung. Er äußerte sich aber auch positiv über Trump. Nach Cruz’ Rückzug trafen Trump und Pence sich wiederholt, um über die Vizepräsidentschaft zu sprechen.

          Pence hat enge Verbindungen zu den Milliardärs-Brüdern Charles und David Koch, die die Republikaner mit Spenden unterstützen. Trump hat seinen Vorwahlkampf nach eigenen Angaben in erster Linie aus eigener Tasche finanziert. Für die eigentliche Präsidentenwahl ist er aber auf Spenden angewiesen, zumal die demokratische Bewerberin Hillary Clinton hier deutlich besser aufgestellt ist.

          Pence ist als entschiedener Wall-Street-Kritiker aufgetreten. Im September 2008 sprach er sich als Abgeordneter im Kongress gegen ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket zur Stabilisierung des amerikanischen Finanzsystems aus. Dadurch werde „nahezu jede faule Hypothek in Amerika nationalisiert“, argumentierte er damals. Er hat aber auch ein 2010 verabschiedetes Gesetz zur schärferen Regulierung der Finanzbranche als Gefahr für Arbeitsplätze kritisiert. Trump will den sogenannten Dodd-Frank Act abschaffen. Er hat aber nicht erklärt, was an dessen Stelle folgen soll.

          Pence hat sich dagegen ausgesprochen, syrische Flüchtlinge in die Vereinigten Staaten  und insbesondere nach Indiana zu lassen. Gleichzeitig hat er 2015 aber auch von Trump unterstützten Plänen eine Absage erteilt, Muslimen die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verweigern. Pence nannte den Vorschlag „beleidigend und verfassungswidrig“.

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