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Die Briten und Nordirland : Schmutziger Kampf mit der IRA

  • -Aktualisiert am

Die britische Armee unterhielt eine Einheit, die IRA-Terroristen gezielt tötete. Gut, dass dies jetzt ans Licht kommt. Schlecht, dass einschlägige Unterlagen zur weiteren Aufklärung vernichtet wurden.

          Es ist wohl unmöglich, im Kampf gegen Terroristen moralisch „sauber“ zu bleiben. Juristisch sollte das einem Rechtsstaat aber gelingen. In dieser Hinsicht scheint Großbritannien in Nordirland einige Male versagt zu haben. Die Internierung von Verdächtigen ohne Gerichtsverfahren wurde zwar recht schnell wieder abgeschafft. Aber sie war mit den Grundsätzen eines Rechtsstaates nicht vereinbar. Jetzt kommt ein neuer Aspekt hinzu.

          Die britische Armee unterhielt offenbar bis 1973 eine Sondereinheit, deren Angehörige in Zivil nach Mitgliedern der Terrororganisation IRA suchten und diese „wenn nötig“ töteten. Es ist gut, dass das ans Licht gekommen ist. Unbefriedigend ist aber, dass sich wohl nicht mehr aufklären lässt, was welches Mitglied der Einheit getan hat.

          Einschlägige Unterlagen – viele werden es nie gewesen sein – sind vernichtet worden. Die Enthüllung trifft auf eine Öffentlichkeit, die gerade erregt darüber debattiert, ob die „Troubles“ juristisch oder politisch aufgearbeitet werden sollen. Hoffentlich geben die Hitzköpfe im Lande nicht ihre ganz eigene Antwort auf diese Frage.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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