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Konservativer gewinnt Wahl : Deutschstämmiger wird Präsident in Rumänien

  • Aktualisiert am

Klaus Johannis lässt sich von seinen Anhängern feiern Bild: dpa

Überraschend hat sich der deutschstämmige Konservative Klaus Johannis gegen den linken Regierungschef Ponta durchgesetzt. Damit bekommt Rumänien zum ersten Mal einen Präsidenten, der einer Minderheit angehört.

          Der deutschstämmige Klaus Johannis hat die Präsidentenwahl in Rumänien gewonnen. Der bürgerliche Politiker kam auf fast 55 Prozent und besiegte damit seinen sozialistischen Rivalen, Ministerpräsident Victor Ponta, wie das zentrale Wahlbüro am Montag nach Auszählung fast aller Stimmzettel mitteilte. Rumänien bekommt damit erstmals ein gewähltes Staatsoberhaupt, das einer nationalen Minderheit angehört.

          Ponta hatte seine Niederlage noch in der Wahlnacht eingestanden und dem Wahlsieger gratuliert. „Das Volk hat immer Recht“, sagte er. Ponta lehnte jedoch einen Rücktritt als Ministerpräsident ab. Demonstranten hatten das noch am Wahlabend gefordert.

          Johannis feierte auf dem Bukarester Universitätsplatz mit einem Bad in der Menge tausender jubelnder Anhänger. Auf seiner Facebook-Seite postete er: „Wir haben gesiegt, wir haben unser Land zurückgewonnen.“ Mit seiner erfolgreichen Arbeit als Bürgermeister im siebenbürgischen Sibiu (Hermannstadt) hatte Johannis für sich geworben.

          In Umfragen vor der Wahl am Sonntag hatte Ponta noch wie der sichere Sieger ausgesehen. Die Stichwahl zwischen ihm und Johannis war notwendig geworden, nachdem im ersten Wahlgang keiner der insgesamt 14 Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht hatte. Ponta lag damals bei gut 40 Prozent und damit etwa 10 Prozentpunkte vor Johannis.

          Viele Stimmen von Auslandsrumänen

          Zu dessen Sieg dürfte die hohe Mobilisierung der Wähler beigetragen haben. Die Wahlbeteiligung lag mit 62,04 Prozent um zehn Prozentpunkte höher als im ersten Wahlgang. Im Ausland beteiligten sich 378.811 Rumänen an der Abstimmung, erklärte das Wahlbüro und korrigierte damit frühere Angaben nach unten. Motiviert hatte die Auslandsrumänen wohl auch die Tatsache, dass in der ersten Wahlrunde Tausende von ihnen ihre Stimme nicht abgeben konnten, weil die Konsulate den Ansturm nicht bewältigten. Auslandsrumänen wählen traditionell nicht links.

          Daher warfen Johannis’ Anhänger der Regierung vor, den Urnengang dieser Wählergruppe absichtlich erschweren zu wollen. Die Präsidentenwahl im Jahr 2009 war mit einem Stimmenunterschied von nur 70.000 gegen den damaligen linken Kandidaten entschieden worden. Insgesamt gab es diese Mal 294 Wahllokale im Ausland, unter ihnen fünf in Deutschland.

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