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Flüchtlingskrise : Deutsche Marine rettet an einem Tag fast 300 Flüchtlinge

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Auf der Fregatte „Hessen“ werden Flüchtlinge versorgt, die vor der libyschen Küste in Seenot geraten waren. Bild: dpa

Alleine am Himmelfahrtstag hat die deutsche Fregatte „Hessen“ im Mittelmeer fast 300 Migranten aufgegriffen. Die Flüchtlinge waren in Schlauchbooten in Seenot geraten.

          Die deutsche Marine hat am Donnerstag fast 300 Flüchtlinge vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet. Die Fregatte „Hessen“ nahm insgesamt 294 Menschen von drei Booten in Seenot an Bord, wie das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag mitteilte. Darunter seien 263 Männer, 28 Frauen und drei Kinder. Das Kriegsschiff sei nun auf dem Weg nach Pozzallo auf Sizilien, um die Menschen dort am Freitagvormittag in die Obhut der italienischen Behörden zu geben.

          Damit haben die „Hessen“, die italienische Küstenwache und andere Schiffe alleine am Himmelfahrtstag insgesamt rund 2300 Migranten aus Seenot gerettet. Die Menschen seien am Donnerstag in elf Rettungsaktionen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Küstenwache am Abend mit. Auch Italiens Marine und die private maltesische Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) waren an den Einsätzen beteiligt.

          Die Fregatte „Hessen“ nahm am Nachmittag zunächst 107 Menschen auf, die in einem Schlauchboot etwa 80 Kilometer nordöstlich der libyschen Hafenstadt Tripolis auf hoher See trieben. Zwei Stunden später habe die Fregatte weitere Flüchtlinge an Bord genommen, die knapp 120 Kilometer nördlich von Tripolis in einem Schlauchboot in Seenot geraten seien, teilte das Einsatzführungskommando in Potsdam mit. Die Flüchtlinge an Bord sollten laut Bundeswehr im Hafen Pozzallo auf Sizilien an die italienischen Behörden übergeben werden.

          Erst am Freitag vergangener Woche hatte die „Hessen“ rund 250 Menschen gerettet. Sie waren mit einem Holzboot unterwegs gewesen, das 50 Kilometer von der libyschen Küste entfernt zu sinken drohte. Auch das zweite Schiff der Bundesmarine im Mittelmeer, der Versorger „Berlin“, nahm an dem Tag 180 Flüchtlinge aus zwei Schlauchbooten auf.

          Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit den zwei Schiffen an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Seit dem 5. Mai sind die beiden Schiffe dort im Seenoteinsatz. Die Außen- und Verteidigungsminister der Europäischen Union wollen am Montag in Brüssel über ein härteres Vorgehen gegen die Schlepperbanden im Mittelmeer beraten, die Flüchtlinge aus zahlreichen Staaten von Libyen aus nach Europa schleusen.

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