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Einsatz im Mittelmeer : Deutsche Marine hilft erstmals Flüchtlingen in Seenot

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Beantwortete einen Notruf vor Sizilien: deutsche Fregatte „Hessen“, hier im Hafen von Wilhelmshaven. Bild: ddp

Als Reaktion auf die anhaltende Flüchtlingskrise hat die Bundesregierung Hilfe bei der Seenotrettung angeboten. Nun kam die Marine zu ihrem ersten Einsatz.

          Die deutsche Marine ist im Mittelmeer zum ersten Mal Flüchtlingen zu Hilfe gekommen, die in Seenot geraten waren. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums empfing die Fregatte „Hessen“ am frühen Mittwochmorgen südöstlich von Sizilien einen Seenotruf. Als die Deutschen eintrafen, hatte ein italienisches Zollschiff die 95 Flüchtlinge bereits an Bord genommen. Unter ihnen war nach Angaben eines Sprechers auch eine schwangere Frau, die wie die anderen Schiffbrüchigen zwei Tage lang nur Seewasser getrunken hatte.

          Ein deutscher Arzt und ein Sanitäter von der „Hessen“ hätten sich um die Frau gekümmert. Anschließend seien die Schiffbrüchigen mit dem Zoll-Schiff nach Italien gebracht worden. Am Donnerstag werden die Fregatte und das Versorgungsschiff „Berlin“ in ihrem eigentlichen Einsatzgebiet zwischen Sizilien und der libyschen Küste erwartet.

          Die Bundesregierung hatte nach dem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit zwei Schiffen an der Seenotrettung im Mittelmeer zu beteiligen. Die meisten Schleuser bringen Flüchtlinge und illegale Einwanderer derzeit via Libyen nach Europa. In Libyen ist die staatliche Ordnung weitgehend zusammengebrochen.

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