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Deutsch-amerikanisches Verhältnis : Fremde Freunde

Der CDU-Politiker Mißfelder ist nicht die zentrale Figur der Bundesregierung für das deutsch-amerikanische Verhältnis. Aber seine Einlassungen stimmen mit Blick auf die NSA-Affäre nachdenklich.

          Der CDU-Politiker Mißfelder ist nicht die zentrale Figur der Bundesregierung für das deutsch-amerikanische Verhältnis. Er ist „nur“ für die zwischengesellschaftliche transatlantische Zusammenarbeit zuständig. Er liefert gute oder weniger gute Debattenbeiträge, Entscheidungen treffen andere. Dennoch stimmen Mißfelders Einlassungen mit Blick auf die NSA-Affäre nachdenklich. Sie sind Ausdruck tiefer Enttäuschung gerade derjenigen, die auch in bewegten Zeiten für die Vereinigten Staaten Partei ergriffen – und dafür innenpolitisch verprügelt und verspottet wurden.

          Dass Präsident Obama seinen Messias-Nimbus in Deutschland verspielt hat, ist zu verschmerzen; der sagte ohnehin mehr über den Idolisierungsdrang der Deutschen aus.

          Es ist der generelle Vertrauensverlust in Amerika und seine Politik, der bedenklich ist. Er wird nachwirken. Offenbar scheint man das in Washington nicht richtig ernst zu nehmen. Die Rede des Präsidenten zur Reform der Geheimdienste an diesem Freitag wird nicht das enthalten, was Mißfelder und andere sich (naiverweise?) erhoffen. Ja, wir werden einander fremd.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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