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Departementswahlen : Frankreich im Zweifel

  • -Aktualisiert am

Präsident Hollande und Premierminister Valls sind angeschlagen, die französischen Wähler verunsichert - die Zusammenarbeit mit Paris wird für die Bundesregierung nicht leichter.

          Der Stichentscheid der Departementswahlen illustriert noch einmal, wie verfahren die politische Lage in Frankreich ist. Der sozialistischen Regierung wird vom Wähler nicht mehr viel zugetraut, sie dürfte in nächster Zeit mit Richtungskämpfen beschäftigt sein. Bei den Konservativen hat der frühere Präsident Sarkozy seine Position gegen die innerparteilichen Rivalen deutlich stärken können, seine UMP kommt aber aktuell nicht einmal auf ein Drittel der Wählerstimmen. Der Front National hat wegen des Wahlsystems kaum Sitze errungen, hat sich aber nun als zweite Kraft etabliert.

          Kurzum: Frankreich bleibt ein Land, dessen Bürger nicht wissen, wer ihnen den Weg in einer zunehmend entgrenzten Welt weisen könnte, die sie als fremd und bedrohlich empfinden.

          Das macht die Zusammenarbeit mit dem Globalisierungsgewinner Deutschland nicht einfacher, von der in Europa so vieles abhängt. Präsident Hollande und Premierminister Valls sind angeschlagen, ihr jüngstes sozialdemokratisches Experiment ist gescheitert. Zwischen Berlin und Paris liegen derzeit Welten.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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