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Britischer Premier : Cameron will „Islamischen Staat“ härter bekämpfen

David Cameron wohnt einer Parade britischer Truppen bei. Bild: Reuters

Der britische Premierminister Cameron hat ein härteres Vorgehen gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gefordert – im Nahen Osten und in Großbritannien.

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          Der britische Premierminister David Cameron wünscht sich größere Anstrengungen seines Landes im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). „Ich möchte, dass Großbritannien mehr tut“, sagte er in einem Interview mit dem amerikanischen Sender NBC. Der frühere „Chief of Defence Staff“, Lord Richards, verlangte am Sonntag eine „neue Gesamtstrategie“ und ließ durchblicken, dass er mittelfristig die Stationierung von Bodentruppen für unumgänglich hält. In den vergangenen Wochen hatten sich schon die Minister für Äußeres und Verteidigung, Philip Hammond und Michael Fallon, für die Ausweitung der britischen Luftschläge auf Syrien ausgesprochen. Der neue Vorsitzende der Liberaldemokraten, Tim Farron, äußerte sich am Wochenende „tief besorgt über den Ton“ und warnte, neben anderen Abgeordneten, vor stärkerem militärischem Engagement in der Region.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          In einer für Montag geplanten Rede, will Cameron nach Angaben von Downing Street seine Strategie zur Bekämpfung des islamischen Extremismus präzisieren und junge Briten davor warnen, sich als „Kanonenfutter“ vom IS missbrauchen zu lassen. Es wird von Cameron ein starkes Plädoyer für „britische Werte“ als „stärkster Waffe im Kampf gegen die Islamisten“ erwartet. In einigen Medien wurde spekuliert, er werde Veränderungen im Umgang mit Scharia-Gerichten, Hasspredigern und extremistischen Vereinigungen ankündigen. Schätzungen zufolge sind mindestens 700 Briten für den IS im Irak und in Syrien aktiv. Um die sechzig Kämpfer sollen in den Auseinandersetzungen getötet worden sein.

          In seinem Fernsehinterview bekräftigte Cameron Londons Entschlossenheit, „Amerika zu helfen, das Kalifat in beiden Ländern zu zerstören“. Er wies abermals darauf hin, dass er dafür die Zustimmung des Unterhauses einholen wolle. Dieses hatte sich vor zwei Jahren gegen Luftschläge in Syrien – damals noch gegen die Truppen von Staatschef Baschar al Assad – ausgesprochen. Am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass britische Kampfpiloten unter amerikanischem Kommando bereits Ziele in Syrien bombardiert haben. Lord Richards diagnostizierte ein Auseinanderklaffen von Zielen und Mitteln.

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