https://www.faz.net/-gq5-8hw1u

Bürgermeisterwahl in Rom : Kandidatin der Beppe-Grillo-Partei liegt vorne

  • Aktualisiert am

Virginia Raggi, Bürgermeisterkandidatin der Fünf Sterne in Rom Bild: dpa

Auch in Italien haben die Etablierten es schwer. In Rom erhielt eine Protestpartei die meisten Stimmen. Ob die „Fünf Sterne“ wirklich die Hauptstadt regieren, wird aber erst noch entschieden.

          1 Min.

          Bei der Bürgermeisterwahl in Rom deutet sich ein Durchbruch für die Protestpartei Fünf Sterne an. Hochrechungen des Instituts Piepoli aus der Nacht zum Montag zufolge liegt deren Kandidatin Virginia Raggi mit 36,7 Prozent der Stimmen an erster Stelle. Dahinter kommt Roberto Giachetti, Kandidat der Demokratischen Partei (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi, mit 23,1 Prozent. Dicht auf liegt die Parteivorsitzende der postfaschistischen „Fratelli d’Italia“, Giorgia Meloni, mit 22,2 Prozent. Sollte kein Bewerber auf mehr als 50 Prozent kommen, findet eine Stichwahl zwischen den ersten beiden Kandidaten am 19. Juni statt.

          Insgesamt waren bei der mit Spannung erwarteten Abstimmung 13 Millionen Menschen zu den Urnen gerufen worden. Gewählt wurde in mehr als 1300 Gemeinden sowie in wichtigen Metropolen wie Mailand, Neapel und Turin. Für die Regierung Renzis wurde die Kommunalwahl als wichtiger Stimmungstest gewertet.

          Gegründet von Beppe Grillo

          Fünf Sterne war 2009 vom Komiker Beppe Grillo gegründet worden. Die Bewegung prangert Korruption auf beiden Seiten des politischen Spektrums an und erfährt in Italien Zulauf von links und rechts.

          Sollte die 37 Jahre alte Anwältin Raggi tatsächlich die Wahl gewinnen, wäre sie nicht nur die erste Frau in dem Amt in Rom. Die Partei hofft, dass eine erfolgreiche Arbeit in der Hauptstadt Zweifel an der Regierungstauglichkeit von Fünf Sterne beiseite räumen würde. Damit könnte ein Sieg in Rom zum Sprungbrett für die italienischen Parlamentswahlen werden, die für das kommende Jahr erwartet werden.

          Fünf Sterne auch mit Chancen in Turin

          Auch in Turin wird Fünf Sterne vermutlich in eine Stichwahl einziehen. Für Grillos Partei trat hier die 31 Jahre alte Unternehmerin Chiara Appendino an, die der Hochrechnung nach nur knapp hinter dem derzeitigen Bürgermeister Piero Fassino von der PD lag.

          In Mailand führte wie erwartet Renzis Kandidat Giuseppe Sala: Er kam auf rund 42,8 Prozent, gegenüber 37,7 Prozent des Mitte-Rechts-Kandidaten Stefano Parisi.

          Weitere Themen

          Corona-Krise „ruft das Beste in uns hervor“ Video-Seite öffnen

          Bundespräsident Steinmeier : Corona-Krise „ruft das Beste in uns hervor“

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich vom Einfallsreichtum und der Solidarität vieler Menschen in der Corona-Krise beeindruckt gezeigt. „Ja, diese Krise weckt unsere tiefsten Ängste“, sagte er in einer Videobotschaft. „Aber sie ruft auch das Beste in uns hervor.“

          Tote auf Ecuadors Straßen

          Corona-Pandemie : Tote auf Ecuadors Straßen

          Ecuador weist im lateinamerikanischen Vergleich eine sehr hohe Zahl an Corona-Fällen auf. Der Kollaps des Bestattungswesens in der größten Stadt Guayaquil sorgt für schreckliche Zustände.

          Topmeldungen

          Wer mit seinem Vermieter redet, hat immerhin eine Chance, dass der die Miete von sich aus reduziert.

          Corona-Krise : Von wegen keine Miete zahlen!

          Viele Menschen in Deutschland glauben, sie müssten wegen des jüngst beschlossenen Corona-Hilfen-Gesetzes ihre Miete nicht zahlen. Das ist ein Fehler – und kann sehr teuer werden!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.