https://www.faz.net/-gq5-83iil

Britische Atom-U-Boote : Militärpolizei nimmt Whistleblower am Flughafen fest

  • Aktualisiert am

Der Ort des Geschehens: Der Flughafen in Edinburgh. Bild: AFP

Seit Tagen war der Whistleblower Sam McNeilly auf der Flucht. Jetzt hat die britische Militärpolizei ihn gefasst. Doch der Matrose ist nicht mehr der einzige, der mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in der Royal Navy beklagt.

          1 Min.

          Der britische Matrose, der letzte Woche in einem Bericht schwere Vorwürfe gegenüber der königlichen Marine erhoben hatte und seitdem auf der Flucht war, befindet sich im Gewahrsam der Militärpolizei in Schottland. Nach Angaben des „Guardian“ soll er Montagnacht am Flughafen von Edinburgh gefasst worden sein. Der Guardian beruft sich auf die Angaben einer Militärsprecherin.

          Des Weiteren soll McNeilly seine Aktion in einem Facebook-Eintrag gerechtfertigt haben. Im Gegensatz zu anderen Whistleblowern habe er durch seinen Bericht niemanden in Gefahr gebracht. Er habe sogar explizit darauf geachtet, keine Namen oder Dienstgrade zu nennen. Dadurch käme seine Intention, nur an die Sicherheit von Land und Leuten gedacht zu haben, deutlich zum Vorschein. Trotz dieser Beteuerungen droht dem 25 Jahre alten Matrosen eine längere Gefängnisstraße.

          Unterstützung für McNeilly

          Unterdessen hat ein ehemaliges Mitglied der königlichen Marine McNeillys Vorwürfe teilweise bestätigt. Der ebenfalls 25 Jahre alte Euan Bryson sagte dem „Guardian“, aufgrund von Personalmangel seien öfter unqualifizierte Matrosen für anspruchsvolle Aufgaben an Bord der Atom-U-Boote abgestellt worden. Außerdem sei einer seiner Kollegen ohne den erforderlichen Ausweis auf die Basis Faslane-on-Clyde gelangt.

          In einer Online-Petition richten sich einige Unterstützer McNeillys an den Verteidigungsminister und den Crown Prosecution Service, der das Ermittlungsverfahren leiten wird. Mehr als 3400 Leute haben bereits die Forderung unterzeichnet, McNeilly nicht strafrechtlich zu verfolgen.

          McNeilly hatte in seinem Bericht unter anderem lasche Ausweiskontrollen und technische Defekte an Bord eines Atom-U-Boot bemängelt. Für ihn sind die Zustände ein Risiko für die nationale Sicherheit.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.