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Bericht von Human Rights Watch : Separatisten bestrafen Zivilisten mit Zwangsarbeit

  • Aktualisiert am

Prorussische Kämpfer in Donezk Bild: AP

Die Menschenrechtsorganisation Human Rigths Watch wirft den prorussischen Rebellen vor, im Osten der Ukraine „Strafbrigaden“ eingerichtet zu haben. Zivilisten werden demnach für kleinste Vergehen zu Zwangseinsätzen verpflichtet - auch mitten im umkämpften Gebiet.

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          Einem Bericht von Human Rigths Watch (HRW) zufolge, zwingen die prorussischen Separatisten Menschen im Osten der Ukraine zu langen Arbeitseinsätzen. Die Rebellen würden Ordnungsverstöße als Vorwand nehmen, um unbezahlte Arbeitskräfte einsetzen zu können, berichtet die Menschenrechtsorganisation.

          Die Separatisten haben laut HRW sogenannte „Strafbrigaden“ eingeführt, in denen Zivilisten bis zu 30 Tage lang arbeiten müssen. Zum Teil würden die Zivilisten geschlagen oder anderweitig gequält. Auch Arbeitseinsätze an Stützpunkten der Rebellen in der Nähe der Front dokumentiert HRW in dem am Freitag vorgestellten Bericht. Regionaldirektor Hugh Williamson spricht von „schweren Verstößen gegen das Kriegsrecht“.

          Um von den Separatisten zur Zwangsarbeit eingezogen zu werden, reichen offenbar schon kleinste Vergehen oder Verstöße gegen von den Rebellen aufgestellte Regeln: Opfer und Zeugen, mit denen HRW in Donezk sprach, berichteten, dass Zivilisten in die „Strafbrigaden“ eingezogen wurden, weil sie in der Öffentlichkeit Alkohol getrunken oder gegen die von den Separatisten ausgerufene Ausgangssperre verstoßen hatten. Wer sich den Anordnungen widersetze, werde mit dem Tod bedroht.

          In den „Strafbrigaden“ müssen die Zivilisten den Berichten zufolge Sandsäcke befüllen, Gräben ausheben, Militärposten putzen und Küchenarbeiten erledigen. Dies bestätigte laut HRW auch ein nicht namentlich genannter prorussischer Kämpfer: Die (von den Rebellen selbst ausgerufene) Volksrepublik Donezk würde als Strafe für kleine Vergehen in der Regel eine bis vier Wochen „Arbeit zur Umerziehung“ verhängen. Aber auch Zivilisten, die schwerwiegenderer Verbrechen verdächtigt würden, würden bisweilen für die Arbeit an den Stützpunkten herangezogen. So könnten sie für ihre Schuld sühnen.

          Die Angaben von HRW decken sich mit einem Bericht der New York Times, die bereits im August von den „Strafbrigaden“ berichtet hatte, und listet beispielhaft einige Fälle auf:

          Ein 28 Jahre alter Student berichtete, dass er zu sechs Tagen Zwangsarbeit eingezogen worden sei, weil er auf der Straße aus einer Bierdose getrunken habe. Er habe an einem Checkpoint zehn Kilometer von der Front arbeiten müssen. Zweimal seien sie in dieser Zeit beschossen worden.

          Ein Vater gab an, dass sein 20 Jahre alter Sohn von Rebellen aufgegriffen worden sei, als er nach Mitternacht auf dem Heimweg von einem Date war. Weil er damit gegen die von den Separatisten verordnete Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr verstoßen habe, hätten sie ihn mitgenommen und zu 15 Tagen Arbeit in der „Strafbrigade“ gezwungen.

          Ein Zwanzigjähriger berichtete, dass er spät nachts betrunken von den Rebellen aufgegriffen worden sei. Sie hätten ihn geschlagen und in ihre Verwaltung in Donezk mitgenommen. Zehn Tage habe er dann zusammen mit Dutzenden anderen an Stützpunkten der Separatisten arbeiten müssen - was wegen des Beschusses sehr erschreckend gewesen sei.

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