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Assoziierungsabkommen : Janukowitsch: Ukraine noch nicht reif für EU

  • Aktualisiert am

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch will angeblich die Polizeieinsätze während der jüngsten Demonstrationen in Kiew untersuchen lassen. Bild: dpa

Der ukrainische Präsident Janukowitsch bezeichnete das Verhalten des internationalen Währungsfonds als erniedrigend. Das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU will er weiterhin nicht unterschreiben.

          Präsident Viktor Janukowitsch hält die Ukraine für wirtschaftlich noch nicht reif für eine Partnerschaft mit der Europäischen Union. Daher lehne er eine Unterschrift unter ein geplantes Assoziierungsabkommen mit der Staatengemeinschaft ab, sagte er mehreren Fernsehsendern. Für die tausenden Demonstranten, die seit Tagen für eine West-Annäherung des Landes auf die Straße gehen, war dies die erste klare, wenn auch enttäuschende Aussage Janukowitschs.

          Die ehemalige Sowjetrepublik könne einen solchen Vertrag erst unterschreiben, wenn sie selbst stark sei, sagte Janukowitsch am Dienstag weiter.„Wir werden alles tun, damit die Ukraine wirtschaftlich stärker wird, alles, damit wir Jahr für Jahr besser leben, damit unser Land
          wettbewerbsfähig wird“, sagte Janukowitsch. „Sobald wir ein Niveau erreichen, das uns bequem erscheint, wenn es unseren Interessen entspricht, wenn wir unter normalen Bedingungen verhandeln können, dann können wir über eine Unterzeichnung sprechen“, sagte Janukowitsch.

          Vorher hatte die Regierung nur von einer Pause bei der EU-Annäherung gesprochen. Die Unterschrift unter das Abkommen war für einen EU-Gipfel an diesem Freitag im litauischen Vilnius geplant, doch die Ukraine hatte das Vorhaben vor gut einer Woche gestoppt.

          Ohne strategische Vision

          Janukowitsch beklagte sich auch darüber, dass der Internationale Währungsfonds der Ukraine jahrelang in Aussicht gestellte Hilfen nicht gewährt habe. Das sei „erniedrigend“ gewesen. Ähnliche Töne schlug auch der ehemalige  ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko an. Die EU sei seinem Land ohne „strategische Vision“ gegenüber getreten, sagte er der Zeitung „Die Welt“. Die Ukraine habe viele schmerzhafte Reformgesetze verabschiedet. Die EU habe jedoch Einzelaspekte wie den Fall Julia Timoschenko zum zentralen Thema erklärt. Er hoffe auf eine Freilassung der Oppositionsführerin. Aber in diesem Punkt habe erst eine Annäherung an die EU einen Wandel bringen können, sagte er weiter.

          Janukowitsch war zuletzt auf Russland zugegangen, nachdem der Nachbar mit Handelsnachteilen gedroht hatte, sollte das Land den EU-Pakt unterschreiben. Brüssel betonte, die Tür für Kiew weiter offenzuhalten. In Warschau teilten nach deutsch-polnischen Konsultationen der amtierende Außenminister Guido Westerwelle und sein Kollege Radek Sikorski mit, sie stünden zur „europäischen Perspektive der Ukraine“. Die Partnerschaft sei der Weg zu Modernisierung, Wohlstand und in eine stabile Zukunft.

          Timoschenko setzt Hungerstreik fort

          Russland forderte die EU derweil auf, auf dem EU-Gipfel in Vilnius das Gespräch mit dem dort erwarteten Janukowitsch zu suchen. Russland und die Ukraine schlagen der EU Dreiergespräche über die Zukunft der finanzschwachen ehemaligen Sowjetrepublik vor. Russland sieht die für seinen Gastransit nach Westen wichtige Ukraine traditionell als Teil seines Einflussgebiets.

          Die wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilte Timoschenko setzte in ihrer Klinik in Charkow derweil ihren Hungerstreik fort. Damit will die erkrankte Politikerin, die am Mittwoch 53 Jahre alt wird, die Unterzeichnung des Abkommens erreichen.

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