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Terror in der Türkei : Merkel: Terroristen sind Feinde aller freien Menschen

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Der Tatort des Anschlags war Sultanahmet, ein bei Touristen besonders beliebtes Viertel in Istanbul. Bild: dpa

Bei dem Anschlag in Istanbul sind nach offiziellen Angaben acht Deutsche und ein Peruaner getötet worden. Der türkischen Regierung zufolge gehörte der Selbstmordattentäter dem „Islamischen Staat“ an.

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          Bei dem Terroranschlag in Istanbul sind acht Deutsche getötet worden. Dies bestätigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagabend unter Berufung auf Informationen, die er in einem Telefonat von seinem türkischen Amtskollegen erhalten habe. Eine endgültige Bestätigung durch die deutschen Diplomaten vor Ort gebe es aber noch nicht, sagte Steinmeier in Berlin. Neun weitere Deutsche seien zum Teil schwer verletzt worden.

          Die peruanische Außenministerin, Ana María Sánchez, gab auf einer Pressekonferenz in Lima bekannt, dass unter den Opfern auch ein peruanischer Tourist sei.

          Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag als „mörderischen Akt“ verurteilt. „Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Die Kanzlerin betonte: „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“ Möglicherweise könne es noch weitere Todesopfer geben. „Wir können zur Stunde noch nicht wissen, ob es bei dieser Zahl bleibt.“

          Die bei dem Anschlag getöteten Deutschen waren mit einem Berliner Reiseveranstalter Lebenslust Touristik GmbH unterwegs. Zu der Gruppe gehörten zum Zeitpunkt des Anschlags 33 Reisende. Für Angehörige der betroffenen Reisenden richtete das Unternehmen eine Hotline unter der Telefonnummer 030 880013039 ein.

          Selbstmordattentäter soll IS angehören

          Aus türkischen Regierungskreisen hatte es zunächst geheißen, unter zehn Todesopfern in Istanbul seien mindestens neun Deutsche. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, der mutmaßliche Selbstmordattentäter sei ein Ausländer, der der Extremistenmilz „Islamischer Staat“ (IS) angehört. Der stellvertretende Regierungschef Numan Kurtulmus sagte, der Attentäter sei vermutlich erst kürzlich aus Syrien in die Türkei eingereist. Er gehöre nicht zu den Personen, die die Türkei zur Beobachtung ausgeschrieben habe. Ein Bekennerschreiben lag zunächst nicht vor.

          Der Selbstmordattentäter hatte sich in der Nähe der weltberühmten Hagia Sophia und der Blauen Moschee im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet in die Luft gesprengt. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte einen „Selbstmordattentäter syrischer Herkunft“ für die Tat verantwortlich. Der Mann sei 1988 geboren worden. Später hieß es, der Mann stamme aus Saudi-Arabien.

          Das Auswärtige Amt habe einen Krisenstab eingerichtet und versuche, so schnell wie möglich, weitere Informationen zu bekommen, sagte die Kanzlerin. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden natürlich bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten.“ Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem „barbarischen feigen Akt des Terrors“, den die Bundesregierung auf das Schärfste verurteile. Zugleich versicherte er: „Wir stehen fest an der Seite der Türkei.“

          Nach dem Anschlag verhängte die Regierung eine Nachrichtensperre. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der „nationalen Sicherheit“ diene.

          Augenzeugen berichten von einem Feuerball

          Der IS hat im abgelaufenen Jahr mehrere Anschläge in der Türkei verübt, sich dabei aber vornehmlich auf kurdische Ziele konzentriert. Touristen waren allerdings bislang kein Anschlagsziel des IS.

          Im Südosten des Landes läuft außerdem eine Offensive der türkischen Streitkräfte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die damit gedroht hat, den Konflikt auch in den Westen der Türkei zu tragen. Die PKK greift aber in der Regel staatliche Einrichtungen an und ist bemüht, ihr Verhältnis zu westlichen Ländern zu verbessern.

          Zeugen sagten dem Sender CNN Türk, sie hätten einen Feuerball aufsteigen sehen. Die Explosion, die sich um 10.15 Uhr Ortszeit ereignete, war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören.

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