https://www.faz.net/-gq5-80rkp

Reaktion auf Ukraine-Krise : Amerika liefert Panzer an baltische Staaten

  • Aktualisiert am

Ein amerikanischer Panzer vom Typ M1A2 Abrams wird am Montag im Hafen von Riga vor dem Schiff „Liberty Promise“ entladen. Bild: dpa

Als Reaktion auf die Verunsicherung der osteuropäischen Staaten, ob die Nato für ihre Verteidigung einsteht, haben die Vereinigten Staaten Panzer ins Baltikum geliefert. In Riga wurden 120 Panzer und Panzerfahrzeuge entladen. Die ukrainische Armee beklagt Angriffe der Separatisten bei Mariupol.

          Als Abschreckung gegenüber Russland haben die Vereinigten Staaten den drei Baltenstaaten am Montag rund hundert Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und andere Rüstungsgüter übergeben. Die Lieferung solle Russlands Präsident Wladimir Putin „unsere Entschlossenheit zeigen, dass wir zusammenstehen“, sagte der amerikanische Generalmajor John R. O’Connor der Nachrichtenagentur AFP bei der Übergabe der Rüstungsgüter im Hafen von Lettlands Hauptstadt Riga.

          Zu der Lieferung an Lettland, Litauen und Estland gehören Panzer vom Typ „Abrams“, Kampffahrzeuge vom Typ „Bradley“, weitere gepanzerte Fahrzeuge (Humvees) und andere Ausrüstungsgüter. Sie würden dem Baltikum überlassen, „so lange dies zur Abschreckung der russischen Aggression erforderlich ist“, sagte O’Connor.

          Die Nato verstärkt damit die Verteidigungsbereitschaft Lettlands. Die Lieferung ist Teil der Trainings-Mission „Atlantic Resolve“, die die europäischen Nato-Staaten der Bereitschaft Amerikas versichern sollen, für ihre Verteidigung einzutreten. Besonders die osteuropäischen Staaten sind seit dem Vorgehen Russlands in der Ostukraine verunsichert.

          Die drei früheren Sowjetrepubliken sind seit 2004 in der Nato - auf sich allein gestellt hätten sie Russland militärisch nicht viel entgegenzusetzen. Moskaus Annexion der Krim und die Unterstützung der prorussischen Rebellen in der Ostukraine haben dem Baltikum die eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt. Russische Militärmanöver in der Region haben die Sorge noch angeheizt.

          Die ukrainische Armee hat am Montag einen neuerlichen Angriff prorussischer Separatisten nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes angeprangert. Bei der Attacke auf die Ortschaft Schirokine rund zehn Kilometer östlich von Mariupol seien „Mörsergranaten und Panzer eingesetzt worden“, teilte das ukrainische Militär mit. Die Rebellen versuchten, „unsere Truppen aus Schirokine zu vertreiben“. Dies sei eine „grobe Verletzung“ des Abkommens von Minsk, das eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen von der Frontlinie vorsieht.

          Mariupol am Asowschen Meer gilt als letzter strategisch wichtiger Stützpunkt der ukrainischen Staatsführung in den von den Separatisten beanspruchten Gebieten im Osten des Landes. Die Stadt liegt auf dem Landweg in Richtung der im März vergangenen Jahres von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim und verfügt über bedeutende Industrieanlagen. Zuletzt warf Kiew den Rebellen wiederholt vor, Positionen der ukrainischen Armee nahe Mariupol angegriffen zu haben.

          Weitere Themen

          Wer ist Boris Johnson? Video-Seite öffnen

          Schillernd und umstritten : Wer ist Boris Johnson?

          Der wirre Haarschopf ist unverkennbar: Boris Johnson liebt den großen Auftritt. Der Brexit-Hardliner ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Politik.

          Topmeldungen

          Sommer in New York

          Gefährliche Hitzewelle : Amerikas Sommer der Extreme

          In vielen Gegenden Amerikas herrschen derzeit gefährlich hohe Temperaturen. Städte wie New York müssen sich in Zukunft auf noch extremere Sommer einstellen, warnen Klimaforscher.
          Boris Johnson: Favorit auf das Premierministeramt in Großbritannien

          Großbritannien : CDU traut Boris Johnson positive Überraschung zu

          Boris Johnson dürfte heute das Rennen um die Regierungsspitze für sich entscheiden. Aus der CDU bekommt er Lob für seine Intelligenz. Der frühere Premier Tony Blair hält einen Brexit ohne Abkommen für ausgeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.