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Europa und die Nato : Keine Lust auf Sicherheitspolitik

Macron, Trump, Merkel und Erdogan auf dem Londoner Nato-Gipfel Bild: AFP

Der französische Präsident Macron hat den Jubiläumsgipfel der Nato genutzt, um die Europäer wachzurütteln. Berlin aber bleibt wieder hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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          Donald Trump die Schau zu stehlen ist noch nicht vielen Staatsmännern gelungen. Der französische Präsident schaffte es. Macrons Hirntod-Diagnose rüttelte die Nato schon vor ihrer Jubiläumsfeier auf und nahm dem unberechenbaren Partner aus Washington den Wind aus den Segeln. Macrons „sehr, sehr gemeine Äußerung“ brachte den amerikanischen Präsidenten sogar dazu, sich positiv über das Bündnis zu äußern. Sollte das eine der Absichten hinter der Provokation Macrons gewesen sein, dann müsste man Beifall klatschen – wenn der Kollateralschaden nicht so hoch gewesen wäre am Nervenkostüm der Partner.

          Denn wenn ein Verteidigungsbündnis von innen heraus für tot erklärt wird, könnten das auch jene Kräfte glauben, vor denen es schützen soll. Auf dem Feld der Bedrohungen wurde Russlands Monopol nicht nur vom Terrorismus durchbrochen. China, erstmals als „Herausforderung“ erwähnt, hat sogar modernere Mittel zur Machtprojektion als Moskau in der Hand. An Macrons Diagnose dürfte den Kreml wie auch Peking allenfalls die Offenheit überrascht haben. Der (Geistes-)Zustand der Nato ist kein Geheimnis mehr, seit Trump sich als Abrissunternehmer der amerikanischen Bündnispolitik betätigt.

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