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Westbalkan-Kommentar : Der große Irrtum der EU

  • -Aktualisiert am

Der Westbalkan ist wichtig, für Russland, für China, und auch für Europa. Aber müssen die sechs Länder von Albanien bis Serbien deshalb wirklich in absehbarer Zeit der EU beitreten?

          Es ist wahr: Russland und China interessieren sich für den Westbalkan, teils aus kommerziellen, teils aus strategischen Gründen. Und ja, das ist nicht im Sinne der EU. Sie sollte dafür sorgen, dass sie selbst möglichst viel Einfluss in ihrer Nachbarregion behält. Eine der Migrationsrouten aus dem Nahen Osten läuft zum Beispiel durch diese Staaten. Das erfordert Zusammenarbeit, was die Flüchtlingskrise besonders dramatisch gezeigt hat.

          Aber müssen die sechs Länder von Albanien bis Serbien deshalb wirklich in absehbarer Zeit der EU beitreten? Vieles, was für eine enge Anbindung an Europa bedeutsam ist, lässt sich auch unter der Schwelle der Vollmitgliedschaft organisieren. Es war ein großer Irrtum der EU, dass sie so oft Beitritts- und Kooperationsfragen miteinander vermischt hat.

          Nicht nur wegen des Brexits sollte die Union jetzt erst einmal ihre Binnenverhältnisse klären. Die jüngsten Erweiterungen sind mehr schlecht als recht verdaut; in vielen Mitgliedstaaten herrschen in der Bevölkerung Zweifel an der Integration. Es ist vernünftig, dass auf dem Gipfeltreffen in Sofia kein Beitrittsdatum genannt wurde.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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