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Atomabkommen mit Iran : Europa muss retten, was zu retten ist

Irans Präsident Hassan Rohani während eines Treffens mit dem IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi am 28. August in Teheran Bild: AP

Ein rationaler Diskurs im Streit um das Atomabkommen mit Iran ist zwischen den Europäern und den Vereinigten Staaten nicht mehr möglich. Das ist fatal.

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          Nutznießer der europäisch-amerikanischen Konfrontation über die Iran-Sanktionen werden weder die Europäer noch die Amerikaner sein. Die Selbstschwächung der westlichen Welt hilft allein ihren autoritären Gegnern. Schlimm ist dabei nicht, dass es – gravierende – Meinungsunterschiede gibt. Denn das Ringen um den richtigen Weg ist, selbst wenn es auf den ersten Blick manchmal anders aussieht, eine der wesentlichen Stärken der transatlantischen Gemeinschaft.

          Fatal ist vielmehr, dass die Auseinandersetzung bei diesem Thema wie bei so vielen anderen inzwischen so geführt wird, dass ein rationaler Diskurs zwischen den Europäern und den Vereinigten Staaten nicht mehr möglich ist. Und ganz gleich, welche Haltung man im Einzelfall in der Sache für richtig hält: Die Schuld an diesem Zustand liegt, seit Donald Trump an der Macht ist, eindeutig auf der anderen Seite des Atlantiks. Seine Argumentation – und die seiner treuen Gefolgsleute – beschränkt sich auf Verunglimpfungen und Drohungen.

          Die Europäer müssen weiter versuchen, vom Atomabkommen mit Iran zu retten, was noch zu retten ist. Die gemeinsame Initiative der Deutschen, Franzosen und Briten ist nicht nur wegen der Hoffnung wichtig, dass in Washington ein Machtwechsel stattfindet. Sondern auch im Hinblick auf die eigene Position, falls es nach der Wahl im November dazu nicht kommt.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

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