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Giftanschlag : EU zieht Russland-Botschafter vorerst ab

  • Aktualisiert am

Die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau. Bild: REUTERS

Europa erhöht den Druck auf Russland. Wegen der Giftattacke auf den Ex-Spion Skripal ruft die EU nun ihren Botschafter in Moskau zurück. Kanzlerin Merkel droht mit weiteren Maßnahmen.

          Wegen des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien ruft die EU ihren Botschafter aus Moskau für Konsultationen zurück nach Brüssel. Das bestätigte am Freitagmorgen der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach Beratungen des EU-Gipfels. Der Schritt stehe symbolisch für die Solidarität der Union mit Großbritannien nach dem Giftanschlag von Salisbury, sagten drei Diplomaten.

          Merkel droht mit weiteren Maßnahmen

          Die Staats- und Regierungschefs verschärften zudem auch mit einer Gipfelerklärung den Ton gegenüber Russland. In ihr heißt es, man stimme mit der britischen Regierung darin überein, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag in Salisbury trage, und dass es keine plausible alternative Erklärung gebe.

          Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie halte noch weitere Maßnahmen gegen Russland für möglich. Zunächst müsse die Bewertung durch die mit der Untersuchung beauftragte Chemiewaffenorganisation abgewartet werden, sagte Merkel weiter.

          Noch am Montag hatte sich die EU bei einem Außenministertreffen nicht auf eine klare Schuldzuweisung in Richtung Russland einigen können. Damals hatte es geheißen, die EU nehme die Einschätzung Großbritanniens sehr ernst, dass höchstwahrscheinlich Russland für den Anschlag verantwortlich sei.

          Der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Yulia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury gefunden worden. Sie wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Beide befinden sich noch in einem kritischen Zustand. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab.

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