https://www.faz.net/-gpf-9ccco

EU-Zentren für Flüchtlinge : Die, auf die niemand wartet

  • Aktualisiert am

Migranten kommen an der türkischen Küste an Bild: Sergey Ponomarev/laif

Die Europäische Union will die Aufnahme und Registrierung von Migranten nach Afrika verlagern. Doch wie realistisch ist das, und wo könnten solche Zentren entstehen?

          9 Min.

          Not macht auch bei Wortschöpfungen erfinderisch. So ist das mit negativem Beigeschmack versehene Wort „Lager“ im Kreis der EU-Partner derzeit tabu. Stattdessen war auf dem jüngsten Gipfeltreffen Ende Juni – politisch korrekt erscheinend – von „kontrollierten Zentren“ und „regionalen Ausschiffungsplattformen“ die Rede. Das Ziel bleibt indessen das gleiche: Migranten sollen an bestimmten Orten versammelt, ihre Bewegungen eingeschränkt – und die Zahl derer, die in die Europäische Union kommen so gesenkt werden.

          Dafür hat die EU zwei Instrumente ersonnen. Bei den geplanten „kontrollierten Zentren“ handelt es sich um Einrichtungen für Flüchtlinge auf (süd)europäischem Boden. In Ansätzen bestehen sie schon mit den sogenannten Hotspots. Dort werden Flüchtlinge aufgenommen und wird über ihre Asylanträge entschieden – auf griechischen Inseln oder, weniger erfolgreich, im südlichen Italien. Die Europäische Kommission, die sich um die Verwirklichung der Gipfelvereinbarungen kümmern soll, hat mitgeteilt, sie sei mit – nicht näher genannten – EU-Staaten im Gespräch zu den „kontrollierten Zentren“ und plane „noch vor der Sommerpause“ Vorschläge dazu.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Nahe Izmir : Krieg in Syrien gefährdet VW-Werk in der Türkei

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.

          Besuch in Malvern Link : Morgandämmerung

          Er sieht aus wie vor mehr als 80 Jahren, doch steht der jüngst vorgestellte Morgan Plus Six für den Beginn einer neuen Zeit. Aber keine Sorge: Moderne Autos werden die Kerle in Malvern Link auch künftig nicht bauen.