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Michel in China : Kontaktpflege kann sich auszahlen

  • -Aktualisiert am

Charles Michel zu Besuch bei Xi Jinping Bild: AP

Spektakuläres ist, wie erwartet, nicht herausgekommen. Aber das, was EU-Ratspräsident Michel in China über die Ukraine gehört hat, ist nicht mehr so negativ wie zu Kriegsbeginn.

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          Diplomatie ist ein langwieriges und zuweilen frustrierendes Geschäft. Es war nicht zu erwarten, dass der Besuch des EU-Ratspräsidenten Charles Michel in Peking eine signifikante Veränderung der chinesischen Politik gegenüber Russland nach sich ziehen würde.

          Aber Michels Visite ist Teil einer Reihe von Kontakten zwischen Europa und China, die zumindest dazu geführt haben dürfte, dass Peking mittlerweile genau verstanden hat, worum es Europa (und Amerika) in der Ukraine geht. Das Argument, Russland müsse die Souveränität der unabhängigen Ukraine respektieren, entspricht genau dem, was China immer von allen verlangt. Peking kann da also kaum widersprechen.

          Nicht mehr ganz so unfreundlich

          Dass sich die kommunistische Führung darüber hinaus nicht in die Karten blicken lässt, ist auch keine Überraschung. Aber unmittelbar nach dem russischen Überfall klang das, was aus China zu dem Konflikt verlautete, für westliche Ohren unfreundlicher als das, was Xi Jinping und seine Untergebenen heute sagen. In diesem Bereich hat sich die Kontaktpflege also gelohnt.

          Das kann man mit Blick auf die anderen zwischen Europa und China strittigen Themen noch nicht behaupten. Hier tauschen beide Seiten einstweilen ihre bekannten Standpunkte aus. Die Zeit europäischer Blauäugigkeit gegenüber Staaten wie China ist glücklicherweise vorbei. Darauf sollte sich auch Peking einstellen. Dann hätten alle etwas davon.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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