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EU-Präsenz in Kabul : Die Taliban ringen um Anerkennung

Afghanische Frauen demonstrieren Ende Dezember für bessere Lebensbedingungen unter den Taliban. Bild: EPA

Die EU will mit einer „Minimalpräsenz“ zurück nach Kabul. Die Islamisten, denen jede Form des internationalen Austauschs Legitimität gibt, verbreiten die Nachricht zufrieden. Doch ihren Gegnern begegnen sie mit Härte.

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          Rund fünf Monate nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wird die EU demnächst wieder in Kabul vertreten sein. Die islamistischen Taliban, deren Regierung weiterhin von keinem anderen Staat anerkannt ist, hatten die Nachricht am Donnerstag über Twitter verbreitet. Später bestätigte ein Kommissionssprecher in Brüssel, dass die EU mit dem Wiederaufbau einer „Minimalpräsenz“ in Kabul begonnen habe. Der Sprecher bekräftigte aber auch, dass dies auf keinen Fall als Anerkennung der Taliban-Regierung zu verstehen sei. Der De-facto-Führung des Landes sei das auch „klar kommuniziert“ worden.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          Nach der Machtübernahme der Taliban im August hatten alle westlichen Staaten ihr Botschaftspersonal aus Kabul abgezogen. Der künftige deutsche Botschafter in Afghanistan, Markus Potzel, führt bislang seine Geschäfte von Doha aus. Er war im vergangenen November bereits nach Kabul gereist, um mit den Taliban erste Gespräche zu führen. Auch das Auswärtige Amt will bald wieder Personal nach Kabul schicken. „Wir tauschen uns eng mit unseren internationalen Partnern, vor allem der EU, über die Frage einer Präsenz in Kabul aus“, heißt es dazu aus dem Ministerium. „Eine Präsenz ist wichtig, um dauerhaft und effektiv helfen und unsere Interessen vertreten zu können.“

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