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Sacharow-Preis : EU-Parlament ehrt inhaftierten ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow

  • Aktualisiert am

Der ukrainische Regisseur Oleg Senzow 2015 im Gerichtssaal in Rostow am Don, während sein Urteil verkündet wurde Bild: dpa

Seit vier Jahren sitzt Oleg Senzow in russischer Haft, mit einem mehrmonatigen Hungerstreik protestierte er für die Freilassung ukrainischer Gefangener – nun wird er mit einem besonderen Preis ausgezeichnet.

          Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des Europaparlaments ausgezeichnet worden. Dies wurde am Donnerstag nach einer Sitzung des Parlamentspräsidenten Antonio Tajani und der acht Fraktionschefs in Straßburg bekannt.

          Senzow ist nach einem mehrmonatigen Hungerstreik in einer Strafkolonie in Sibirien gesundheitlich so angeschlagen, dass er in Lebensgefahr schwebt. Mit der Protestaktion wollte er erreichen, dass alle in Russland inhaftierten politischen Gefangenen aus der Ukraine freigelassen werden.

          Senzow wurde im Mai 2014 festgenommen, nachdem er öffentlich gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland protestiert hatte. Anschließend wurde er in einem international kritisierten Prozess wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation zu 20 Jahren Haft verurteilt.

          Senzow wird Preis wohl nicht entgegennehmen können

          Im Rennen um den Preis waren auch mehrere Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Flüchtlinge retten, sowie der ebenfalls inhaftierte marokkanische Menschenrechtsaktivist Nassar Zefzafi. Die Preisverleihung ist am 12. Dezember in Straßburg geplant. Dass Russland den inhaftierten Preisträger dazu ausreisen lässt, ist unwahrscheinlich.

          Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird vom Europaparlament seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die „demokratische Opposition“ in Venezuela.

          Unter den früheren Preisträgern waren der saudiarabische Blogger Raif Badawi, der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, sowie die jesidische Aktivistin Nadia Murad und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege. Murad und Mukwege erhielten für ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt Anfang Oktober auch den diesjährigen Friedensnobelpreis.

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