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Syrien-Gespräche : EU-Kommission will Jordanien einbeziehen

  • Aktualisiert am

UN-Flüchtlingsklinik an der syrisch-jordanischen Grenze Bild: AFP

Das Königreich wäre der „vertrauenswürdigste Makler“ in der Region, sagt EU-Nachbarschaftskommissar Hahn. Das Land habe belastbare Beziehungen zu allen Nachbarn, zudem spielten religiöse Konflikte keine große Rolle.

          Die EU-Kommission wünscht sich eine Beteiligung Jordaniens an den Gesprächen über den Friedensprozess in Syrien. „Ich bin überzeugt, dass der Westen bei den Verhandlungen über die Zukunft Syriens Jordanien einbeziehen und als Vermittler nutzen sollte“, sagte EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn der „Welt“ unmittelbar vor dem Syrien-Gipfel in Istanbul. „Jordanien wäre wahrscheinlich von allen Ländern in der Region der vertrauenswürdigste Makler.“

          Jordanien habe zu allen seinen Nachbarn eine geregelte Beziehung und belastbare Gesprächskanäle, sagte Hahn. „Hinzu kommt, dass Jordanien ein relativ säkularisiertes Land ist, in dem religiöse Konflikte keine allzu große Rolle spielen, was die Akzeptanz in der Region eher noch steigert.“ Wichtig sei aber generell, dass die Syrien-Verhandlungen über Frieden in Syrien weiterhin unter dem Dach der Vereinten Nationen (UN) geführt werden.

          Beim Wiederaufbau Syriens sieht Hahn auch Europa in der Pflicht. Der Finanzbedarf sei „so gigantisch, dass alle mithelfen müssen“. Er glaube nicht, dass die bisher veranschlagte Summe von 200 Milliarden Dollar „letztlich auch nur annähernd ausreichen wird“, sagte der EU-Kommissar. Die EU müsse ihre Unterstützung aber an eine politische Lösung knüpfen, die unter anderem syrischen Flüchtlingen eine sichere Rückkehr in ihre Heimat garantiere.

          In Istanbul treffen sich am Samstag auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin zu einem Syrien-Gipfel. Sie wollen über die Lage in der letzten Rebellenbastion Idlib und den stockenden Friedensprozess sprechen.

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