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EU-Kommissionspräsidentin : Wie Ursula von der Leyen plötzlich abhob

Bild: Illustration Hinnerk Bodendieck

Merkel wusste schon seit einem Jahr, dass Macron ihre Ministerin für Europa im Auge hatte. Sie unterstützte einen anderen. Dann bot sich eine Gelegenheit.

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          Als die neuen Spitzen Europas nominiert waren, rieben sich viele die Augen. Wo war jetzt plötzlich Ursula von der Leyen hergekommen? Der Name war zuvor nur hier und da mal gefallen. Manche sahen sie als künftige deutsche Kommissarin in Brüssel, andere als mögliche Außenbeauftragte. Aber als Kommissionspräsidentin – nein, da hatte sie so gut wie niemand auf der Rechnung. Christian Lindner brachte die allgemeine Verwunderung ganz gut auf den Punkt: Er komme sich vor wie in einer amerikanischen Fernsehserie, in der plötzlich „wie das Kaninchen aus dem Zylinder“ Ursula von der Leyen gezogen werde.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Zaubern ist Illusionskunst. Was das Publikum wahrnimmt, ist nicht das, was wirklich geschieht. Der Zauberkünstler wird seine Tricks niemals preisgeben. Als Emmanuel Macron von einem Journalisten gefragt wurde, ob es denn stimme, dass er der deutschen Kanzlerin schon vor Wochen den Namen der Verteidigungsministerin zugeflüstert habe, verzog er die Mundwinkel zu einem kurzen Grinsen. Es sei nicht immer gut, zu enthüllen, was in der Küche geschehe, antwortete der französische Präsident.

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