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EU-Kommission besorgt : Wie auf Malta mit EU-Pässen gehandelt wird

Standort der Anwaltskanzlei Chetcuti Cauchi: Die maltesische Hauptstadt Valletta Bild: Franz Lerchenmüller

Selbst solche Bewerber, die vorbestraft oder zuvor schon abgelehnt worden waren, hatten mit einer maltesischen Anwaltskanzlei gute Chancen auf einen EU-Pass – weil die Anwälte alte Schulfreundschaften pflegten.

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          Die Leute von der Anwaltskanzlei Chetcuti Cauchi in Valletta können nach eigenem Bekunden vieles möglich machen. Zumal, wenn es um den Erwerb der maltesischen Staatsbürgerschaft und damit eines EU-Passes geht. Sollte, zum Beispiel, ein Bewerber eine gewisse kriminelle Vorgeschichte mitbringen und womöglich beim ersten Anlauf von den Behörden in Valletta abgelehnt worden sein, wären die Erfolgsaussichten bei einem zweiten Anlauf dennoch ausgezeichnet. Sofern man mit der Sache die Kanzlei Chetcuti Cauchi betraue. Denn Jean-Philippe Chetcuti Cauchi, Gründungspartner der Anwaltskanzlei, und Ministerpräsident Joseph Muscat seien Freunde seit Grundschultagen.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Freundinnen seit Schulzeiten seien außerdem die Ehefrau eines weiteren Partners der Kanzlei und Julia Farrugia Portelli, die für das maltesische Einbürgerungsprogramm zuständige Parlamentarische Staatssekretärin. „Es ist gut, wenn jemand eine Ehefrau mit einer solchen Freundin hat“, sagt der Mann von der Kanzlei und lacht. Zum Beispiel könnten solche Freunde „ein Auge zudrücken“ beim Blick auf die nicht ganz weiße Weste von Bewerbern um die maltesische Staatsbürgerschaft.

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