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EU-Kommissarin Ylva Johansson : Die Frau für den Neuanfang

Die schwedische EU-Innenkommissarin Ylva Johansson in ihrer Anhörung vor dem Parlament Bild: Reuters

Ylva Johansson hat in Schweden eine härtere Migrationspolitik umgesetzt. Jetzt arbeitet die Frau mit einer kommunistischen Vergangenheit als Innenkommissarin an einer gemeinsamen Linie für die EU.

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          Die Büros in der EU-Kommission sind schlicht und funktional, das Beste ist die Aussicht. Ylva Johansson hat sich wenigstens ein bisschen Heimat an ihren neuen Arbeitsplatz geholt: ein grünes Sofa und einen schönen geschwungenen Tisch, beides in schwedischem Design. Auf dem Tisch steht eine massive Vase mit roten Amaryllis. Wie war die erste Woche als neue Innenkommissarin? „Es hat Spaß gemacht“, antwortet Johansson. Wie bitte, Spaß? Sie habe diese Verantwortung ja gewollt, antwortet die Schwedin, sie denke jede Nacht daran. „Und ich freue mich über die Gelegenheit, diese Verantwortung auf meinen Schultern zu haben“, sagt sie.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Johansson ist 55 Jahre alt, und sie hat in der Kommission Ursula von der Leyens eines der schwierigsten Ressorts übernommen. Sie soll endlich einen europäischen Konsens in der Migrationspolitik finden. Daran ist ihr Vorgänger gescheitert. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 schlug die Kommission verpflichtende Aufnahmequoten für jedes Mitgliedsland vor. Sie fand dafür zwar eine Mehrheit unter den Staaten, doch wurde der Beschluss nie umgesetzt – die vier Visegrád-Staaten stemmten sich dagegen. Danach wurde drei Jahre lang über Kompromisse verhandelt – ergebnislos. Von der Leyen hat einen „frischen Start“ versprochen – das ist jetzt Johanssons Aufgabe.

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