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Aktionsplan der EU-Kommission : „Cambridge Analytica hat uns die Augen geöffnet“

Demonstranten am 5. April 2018 im Menlo Park in Kalifornien. Bild: AFP

Die EU-Kommission legt einen Aktionsplan zur Förderung der Demokratie vor. Ziel ist es, die Integrität von Wahlen zu bewahren, wirksamer gegen Desinformation vorzugehen und Medien zu schützen.

          3 Min.

          Im Frühjahr 2018 erschütterte ein Skandal rund um Facebook die Welt. Daten von fünfzig Millionen Konten waren in die Hände eines Unternehmens namens Cambridge Analytica gelangt, das daraus eine Waffe für Wahlkämpfe schmiedete. Aus den Likes der Nutzer entwickelte es Persönlichkeitsprofile, die präzise Vorhersagen über politische Vorlieben zuließen. Damit konnten Politiker dann maßgeschneiderte Wahlwerbung schalten, insbesondere bei Facebook. Für Donald Trump, der Cambridge Analytica 2016 unter Vertrag nahm, war das ein wichtiger Faktor auf seinem Weg ins Weiße Haus.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          „Cambridge Analytica hat uns allen die Augen geöffnet“, sagt Vera Jourová, Vizepräsidentin der EU-Kommission für Werte und Transparenz. Wer welche Botschaften bekomme, werde nun von Algorithmen gesteuert, die ursprünglich entwickelt worden seien, um Schuhe oder Waschmittel im Netz zu verkaufen. Die öffentliche Debatte sei dadurch privatisiert worden. „Wenn mir jemand etwas öffentlich vorwirft, kann ich mich verteidigen. Aber wenn es in sozialen Netzwerken geschieht, erfahre ich nicht einmal davon.“ Das will die tschechische Liberale nun ändern. Wie, das steht in einem Aktionsplan für Demokratie, den sie am Donnerstag vorstellte und im Gespräch mit mehreren europäischen Zeitungen, darunter der F.A.Z., erläuterte.

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