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EU ordert mehr Impfstoffe : Heute bestellt, aber wann geliefert?

Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel Bild: Reuters

Die EU bestellt noch einmal viele Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs. Der soll auch gegen die neue Variante wirksam sein. Doch die große Frage bleibt, wann die Dosen verimpft werden können.

          3 Min.

          Eine Woche lang hatte Ursula von der Leyen zu den – nur aus Deutschland kommenden – Vorwürfen geschwiegen, die EU-Kommission habe im vergangenen Jahr in den Verhandlungen mit den Herstellern von Corona-Impfstoffen aufs falsche Pferd gesetzt und vom erfolgreichen Biontech/Pfizer-Impfstoff zu wenig bestellt. Warum sie so lange gewartet hat, wurde am Freitag klar. Da konnte die Kommissionschefin verkünden, dass ihre Behörde die Scharte gewissermaßen ausgewetzt hat: Zu den schon fest bestellten 300 Millionen Dosen hat die EU nun noch einmal 200 Millionen fest und 100 weitere Millionen als Option geordert.

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Gegen die deutsche Kritik verwahrte sich die Kommissionschefin mit dem Argument, es sei von vornherein klar gewesen, dass man nicht „auf einen Schlag“ alle impfen könne. Zugleich stellte sie die Rechnung auf, dass die Kommission nun für 80 Prozent der EU-Bevölkerung einen wirksamen Impfstoff gesichert habe. Zu den 600 Millionen Dosen von Biontech und Pfizer kommen 160 Millionen vom Vakzin des amerikanischen Herstellers Moderna, das ebenfalls schon genehmigt ist. Beide Impfstoffe müssen zweimal verabreicht werden. Insgesamt könnten also 380 Millionen EU-Bürger von den schon zugelassenen Vakzinen profitieren, also etwa 80 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das ist auch deshalb eine gute Nachricht, weil beide Stoffe offenbar auch gegen die kürzlich entdeckte mutierte Virusvariante wirken, die besonders ansteckend zu sein scheint.

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