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Nordmazedonien und EU : Tausende protestieren gegen Zugeständnisse an Bulgarien

  • Aktualisiert am

Keine weiteren Zugeständnisse an Bulgarien: Protestdemonstration am Samstag in Skopje Bild: AP

Im Streit zwischen Bulgarien und Nordmazedonien gibt es einen Kompromissvorschlag, der Skopje Beitrittsgespräche mit der EU ermöglichen soll. Manche wollen lieber ganz auf einen Beitritt verzichten.

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          In Nordmazedonien haben tausende Menschen gegen Zugeständnisse an Bulgarien protestiert, die EU-Beitrittsgespräche mit dem südosteuropäischen Land ermöglichen sollen. In der Hauptstadt Skopje versammelten sich am Samstag mehrere tausend Menschen, die nordmazedonische Flaggen schwenkten, Plakate mit der Aufschrift „Nein zur EU“ hochhielten und regierungsfeindliche Parolen riefen. Unterstützt wurden die Proteste von der rechtskonservativen Oppositionspartei VMRO-DPMNE und anderen oppositionellen Gruppen.

          Die nordmazedonische Regierung hatte Ende der Woche einen neuen Plan vorgelegt, den Frankreich während seiner am Donnerstag zu Ende gegangenen EU-Ratspräsidentschaft ausgearbeitet hatte. Laut diesem Kompromissvorschlag müsste Nordmazedonien unter anderem seine Verfassung ändern, um die Rechte der bulgarischen Minderheit zu garantieren.

          „Wir brauchen Europa nicht, wenn wir assimiliert werden sollen“, sagte Oppositionsführer Hristijan Mickoski vor den Demonstranten. „Ich will nicht zu Europa gehören, weil ich das Recht habe, ein Mazedonier zu sein, der die mazedonische Sprache spricht und für seine Identität und Kultur kämpft.“

          Wegen der Streitigkeiten blockiert das EU-Mitglied Bulgarien seit 2020 die Aufnahme offizieller Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien. Die Regierung in Sofia fordert von Nordmazedonien, bulgarische Wurzeln in seiner Sprache, Bevölkerung und Geschichte anzuerkennen. Kritisiert wird auch eine angebliche Diskriminierung der bulgarischen Minderheit in Nordmazedonien.

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