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NGO-Untersuchung : Etwa jedes sechste Kind wächst in Konfliktgebiet auf

  • Aktualisiert am

Verwundete syrische Kinder werden behandelt, nachdem sie Ende Januar bei einem Luftangriff verletzt wurden. Bild: dpa

Im Jahr 2018 haben etwa 415 Millionen Kinder in Konfliktgebieten gelebt. Zu den gefährlichsten Ländern zählen unter anderem Afghanistan und Irak. Eine Hilfsorganisation beklagt, Kindern werde humanitäre Hilfe „systematisch verweigert“.

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          Etwa jedes sechste Kind wächst einem Bericht zufolge in einem Konfliktgebiet auf. Weltweit lebten 415 Millionen Kinder im Jahr 2018 in Kriegen und Konflikten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht „Krieg gegen Kinder“ der Hilfsorganisation Save the Children. Damit sind etwas weniger Mädchen und Jungen als 2017 betroffen, damals war es jedes fünfte Kind (420 Millionen). Seit 2010 ist die Zahl aber insgesamt um 37 Prozent gestiegen.

          Laut Bericht waren die zehn gefährlichsten Länder für Kinder im Jahr 2018 Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik. In Afrika lebt danach jedes vierte Kind in einem Krisengebiet (170 Millionen).

          In Konfliktgebieten sind der Erhebung zufolge mit 12.125 etwa 13 Prozent mehr Kinder getötet oder verletzt worden als noch 2017. Militante Gruppe hätten rund 2.500 Kinder entführt. Davon seien rund 80 Prozent Jungen gewesen. Tötung und Verstümmelung betrafen demnach zu 44 Prozent Jungen und zu 17 Prozent Mädchen. Bei den übrigen 39 Prozent sei das Geschlecht nicht erfasst.

          Mädchen seien deutlich häufiger vergewaltigt oder zu einer Kinderheirat gezwungen worden als Jungen. 87 Prozent der Fälle von sexueller Gewalt beträfen Mädchen. Im Jahr 2018 sei es zu etwa 7000 Zwangsrekrutierungen gekommen. Zwischen 2005 und 2018 seien rund 65.000 Kinder gezwungen worden, sich an bewaffneten Konflikten zu beteiligen.

          „Save the Children“ veröffentlichte den Bericht anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz, die am Freitag beginnt. Die Organisation kritisierte, Kindern werde humanitäre Hilfe „systematisch verweigert“. Die Welt schaue zu, wie extreme Gewalt gegen Kinder kontinuierlich zunehme. „Die sinnlose Zerstörung des Lebens von Kindern wird weitergehen, wenn nicht alle Regierungen und Kriegsparteien jetzt handeln, um internationale Normen und Standards zu wahren und die Täter zur Verantwortung für ihre Verbrechen zu ziehen“, sagte die Geschäftsführerin von Save the Children, Susanna Krüger. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz müssten Regierende zusammenarbeiten, damit sich dich Lage der Kinder weltweit verbessere.

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