https://www.faz.net/-gpf-9q7s8

Rechtsradikale Ekre-Partei : Estland den Esten

Anhänger ziehen im Februar bei einem von der rechtsradikalen Ekre-Partei organisierten Fackelmarsch durch Tallinn. Bild: Reuters

Seit dem Frühjahr sitzt die rechtsradikale Ekre-Partei in der estnischen Regierung und provoziert ständig aufs Neue. Ihre Feindbilder: Migranten, die Europäische Union und die Nato.

          7 Min.

          Martin Helme fühlt sich bedroht. Von Schwarzen, von Fremden, von allem, was nicht Estnisch ist. „Ich will, dass Estland Estnisch ist“, sagt er. Und dann: „Rassistisch ist in Europa nur, dass eingeborene Menschen von Ausländern ersetzt werden.“ Martin Helme ist estnischer Finanzminister. Noch vor wenigen Monaten schien es vielen kaum vorstellbar, dass jemand, der so etwas sagt, in Estland Regierungsmitglied werden kann. Denn vor der Parlamentswahl im März hatten führende Politiker der anderen Parteien eine Koalition mit Helmes Partei, der rechtsradikalen Estnischen Konservativen Volkspartei (Ekre), ausgeschlossen.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch seit Mai bildet Ekre zusammen mit der linksliberalen Zentrumspartei und der konservativen Vaterlandspartei die Regierungskoalition. Es wäre auch ein anderes Bündnis möglich gewesen: Die Zentrumspartei hätte auch mit der liberalen Reformpartei zusammengehen können. Aber dann hätte sie nicht den Premierminister stellen können und hätte mit ihrem Wahlergebnis von 23 Prozent den Juniorpartner der Reformpartei spielen müssen, die 29 Prozent erhalten hatte.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Leif Eriksson war hier gewesen. Diese Gebäude der Wikingersiedlung an der Bucht L’Anse aux Meadows auf Neufundland sind allerdings rekonstruiert.

          Wikinger in Nordamerika : Tausend Jahre Einsamkeit

          Die Wikinger kamen bis nach Kanada. Aber wann? Jetzt ist es endlich gelungen, ihre Hinterlassenschaft dort exakt zu datieren.
          Steckt der Euro in der Krise?

          Technische Analyse : Der Euro hat echte Probleme

          Der Euro steht an einem Scheideweg. Sollte er unter 1,15 Dollar fallen, besteht Potential, dass er weiter abwertet. Wo die Untergrenze wäre, wissen nur die Götter.
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.