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Eskalation im Gazastreifen : Eine Militäroperation als Risiko und Chance

In Trauer vereint: Eine Menschenmenge trägt die Leichen von Palästinensern, die bei israelischen Luftangriffen auf Rafah im südlichen Gazastreifen getötet wurden. Bild: AFP

Israels Ministerpräsident Lapid konnte mit dem Einsatz gegen den „Islamischen Dschihad“ zeigen, dass er vor dem Einsatz militärischer Mittel nicht zurückschreckt. Doch ein Risikofaktor bleibt: die Reaktion der Hamas.

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          Immer wieder heulten am Wochenende in Israel die Alarmsirenen, und Menschen suchten Schutz vor möglichen Einschlägen von Raketen aus dem Gazastreifen. Vor allem die an den Küstenstreifen angrenzenden Gebiete waren betroffen. Einzelne Raketen flogen aber bis in den Süden der Großstadt Tel Aviv oder bis kurz vor Jerusalem. Die meisten landeten in unbewohntem Gelände oder wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen: Etwa 96 Prozent habe die Abschussrate der „Eisernen Kuppel“ betragen, teilte die Armee am Sonntag mit. Das wäre der bislang höchste in einem Konflikt erreichte Wert. Manche der dumpfen Explosionen des Iron Dome waren auch in Tel Aviv gut zu hören.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          Bis zu diesem Zeitpunkt waren seit Freitagabend mehr als 780 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Die militante „Bewegung des Islamischen Dschihads in Palästina“ (PIJ) reagierte damit auf israelische Luftangriffe vom Freitag, die Regierung und Armee als „präventive Attacke“ rechtfertigten. Angriffe des PIJ auf Israel hätten unmittelbar bevorgestanden, sagte Armeesprecher Richard Hecht wenige Stunden nach dem Beginn der Operation „Anbrechende Morgendämmerung“.

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