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Weiterer Eskalationsschritt : Iran verkündet Uran-Anreicherung auf 60 Prozent

  • Aktualisiert am

Nur für die zivile Nutzung? Irans Präsident Hassan Ruhani besucht am 10. April in Teheran eine Ausstellung über das Atomprogramm des Landes. Bild: AP

Nur Tage nach der Ankündigung vermeldet die iranische Regierung, dass sie Uran auf 60 Prozent angereichert habe. In Wien wird weiter über eine Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Atomabkommen beraten.

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          Mitten in den Gesprächen über eine Wiederbelegung des Atomabkommens meldet Iran einen Erfolg bei der Uran-Anreicherung und damit einen weiteren Verstoß gegen seine Auflagen. „Ich bin stolz zu verkünden, dass es um 00.40 Uhr (...) iranischen Wissenschaftlern gelungen ist, auf 60 Prozent angereichertes Uran herzustellen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Kalibaf am Freitag auf Twitter. Bisher war in der Atomanlage Natans mit den neuen im Land hergestellten Zentrifugen eine Anreicherung auf maximal 20 Prozent erfolgt. 

          Bereits auf eine entsprechende Ankündigung Irans vor wenigen Tagen hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit Besorgnis reagiert. Sie bezeichneten dies als „ernste Entwicklung“, da die Herstellung von hoch angereichertem Uran ein wichtiger Schritt zum Bau von Atomwaffen sei. Für diese ist ein Uran-Reinheitsgrad von 90 Prozent notwendig. Das internationale Atomabkommen von 2015 sieht eine Anreicherung von weniger als vier Prozent vor. 

          Reaktion auf die Sabotage der Atomanlage in Natans

          Die drei europäischen Staaten gehören neben Russland und China zu den Unterzeichnern des Atomabkommens mit Iran. Auch die Vereinigten Staaten hatten es unterschrieben, waren 2018 aber unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig ausgestiegen und hatten versucht, Iran wirtschaftlich mit Sanktionen zu drangsalieren. Trumps Nachfolger Joe Biden sucht einen Weg zurück zu den Vereinbarungen. Gegenwärtig wird in Wien über eine Rückkehr Washingtons zum Abkommen beraten. 

          Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte den Schritt am Donnerstag angekündigt und als Reaktion auf den Sabotageangriff auf die Atomanlage Natans am vergangenen Sonntag bezeichnet. Für den Sabotageakt machte er Israel verantwortlich. Iran könne sein Uran sogar auf 90 Prozent anreichern – und damit atomwaffentauglich machen –, aber das Land habe ein Atomwaffenprogramm nie gewollt und wolle es auch jetzt nicht, sagte der Präsident.

          Außerdem sei Iran bereit, zur unstrittigen Anreicherung auf maximal 3,67 Prozent zurückzukehren, wenn das Abkommen von allen Partnern umgesetzt und die amerikanischen Sanktionen aufgehoben würden. 

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