https://www.faz.net/-gpf-a17l4

Eskalation befürchtet : UN zählen 400.000 Kriegsflüchtlinge in Libyen

  • Aktualisiert am

Eine Katze läuft Anfang Mai an einem Gebäude vorbei, das durch schweren Beschuss in Ben Gashir beschädigt wurde. Bild: dpa

UN-Generalsekretär António Guterres warnt: Von außen gelangen modernes Kriegsgerät und immer mehr Söldner in das Bürgerkriegsland.

          1 Min.

          UN-Generalsekretär António Guterres hat vor einer weiteren militärischen Eskalation in Libyen gewarnt. Mehr als 400.000 Menschen seien bereits vor der Gewalt innerhalb des Krisenlandes geflüchtet, sagte Guterres am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

          In der von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) geleiteten Libyen-Sitzung des Sicherheitsrates sagte Guterres, dass fast 30.000 Menschen vor den jüngsten Kämpfen im Süden von Tripolis und dem nahe liegenden Tarhouna fliehen mussten. Von außen gelangten modernes Kriegsgerät und immer mehr Söldner nach Libyen. Der UN-Generalsekretär rief die Konfliktparteien in Libyen zu einer politischen Lösung auf. Hauptakteure der aktuellen Kämpfe sind die von den UN anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al Sarradsch und Rebellengeneral Chalifa Haftar.

          Maas verwies vor Beginn der Sicherheitsratssitzung auf die Elemente eines politischen Prozesses: die vollständige Einhaltung des Waffenembargos, die geschlossene Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für einen von den Vereinten Nationen geführten Friedensprozess sowie einen nachhaltigen Waffenstillstand, der überwacht werden könne.

          Bild: F.A.Z.

          „Eine politische Lösung für den Konflikt in Libyen zu finden, wird nicht einfach werden“, sagte Maas. Auf der Berliner Libyen-Konferenz im Januar 2020 war ein Fahrplan für eine friedliche Zukunft des nordafrikanischen Landes beschlossen worden. Nach dem Sturz des langjährigen Diktators Muammar al Gaddafi im Jahr 2011 hatten Milizen die Kontrolle übernommen und das Land ins Chaos gestürzt.

          Weitere Themen

          Christian Drosten erhält Bundesverdienstkreuz Video-Seite öffnen

          Auszeichnungen verliehen : Christian Drosten erhält Bundesverdienstkreuz

          Neben dem Virologen Drosten von der Berliner Charité erhielten weitere sieben Männer und sieben Frauen das Bundesverdienstkreuz – für ihren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie, aber auch für ihr Engagement bei der Annäherung zwischen Ost und West.

          Topmeldungen

          Sichtlich gezeichnet, aber am Leben: Dieses Foto veröffentlichte Alexej Nawalnyj am 23. September auf seinem Instagram-Account

          Moskau über Nawalnyj-Interview : „Putin hat sein Leben gerettet“

          Russland reagiert empört auf ein Interview, in dem Alexej Nawalnyj den russischen Präsidenten persönlich für seine Vergiftung verantwortlich macht. Der Kreml bemüht sich, Nawalnyjs Kollaps als „Inszenierung“ darzustellen.
          Klare Botschaft: Protestlerin bei einer „MeToo“-Demonstration in Paris

          Weiblicher Zorn : Wie gefährlich ist die wütende Frau?

          Wütende Männer gelten als dominant, wütende Frauen dagegen als hysterisch oder zickig. Das Zeigen dieser Emotion bedeutet für sie einen Statusverlust. Dabei kann der weibliche Zorn eine sehr nützliche Waffe sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.