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Erwartungen an Franziskus : Verwirrender Papst

Papst Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan Bild: EPA

Kaum eine der Erwartungen, die er selbst geweckt hat, hat Franziskus bis jetzt erfüllt. Immer noch ist nicht klar, wofür er eigentlich steht.

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          Dem Pontifikat von Franziskus, so viel lässt sich schon jetzt sagen, haftet ein gehöriges Maß an Tragik an. Kaum eine der hochfliegenden Erwartungen, die er selbst geweckt hat, ist bisher in Erfüllung gegangen: Die Kirche ist nicht weniger autokratisch verfasst und wird nicht weniger männerbündisch regiert als ehedem.

          Daher die inzwischen mit Händen zu greifende Ratlosigkeit von Katholiken, die an den feudalistischen Strukturen und der moralischen Lethargie ihrer Kirche verzweifeln. Die Frage, wofür dieser Papst eigentlich steht und wofür nicht, bewegt aber auch Katholiken, die die Erwartungen, die Franziskus geweckt hat, von Beginn an als einen Angriff auf die Integrität der Kirche und des Glaubensgutes interpretiert haben.

          Sie treiben den Papst seit langem mit der ruchlosen Behauptung vor sich her, Franziskus arbeite auf eine Kirchenspaltung hin, weil er die Grenzen zwischen drinnen und draußen verwische und traditionelle katholische Identitätsmarker zur Disposition stelle. Wenn dem nur so wäre! Stattdessen stiftet der Papst mit fast jeder Äußerung nur noch mehr Verwirrung über seine Absichten.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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