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Gefangenenaustausch : Erstmals Taliban-Delegation in Kabul eingetroffen

  • Aktualisiert am

Gefangene Taliban im Dezember 2019 in einem Gefängnis in Afghanistan Bild: AP

Die drei Unterhändler sollen den Gefangenenaustausch mit der Regierung beobachten. Dieser war bislang gescheitert. Die Inhaftierten gelten als Druckmittel auf die Islamisten.

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          Zum ersten Mal seit dem Sturz des Talibanregimes 2001 sind Vertreter der militant-islamistischen Gruppe für ein offizielles Treffen nach Kabul gekommen. Die Taliban haben am Dienstag mit Vertretern der Regierung über den geplanten Gefangenenaustausch diskutiert, twitterte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawid Faisal, am Mittwoch.

          Talibansprecher Sabiullah Mudschahid hatte der Deutschen Presse-Agentur zuvor bestätigt, dass ein drei Mann starkes Team als Beobachter für die geplante Freilassung von Gefangenen und für Vorgespräche nach Kabul gekommen sei. Das Internationale Rote Kreuz sei als Beobachter anwesend gewesen.

          Am Montag war der Gefangenenaustausch zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung abermals verschoben worden. Eigentlich hatten sich beide Seiten vor wenigen Tagen auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach hätten bis zum 31. März zunächst 100 Taliban freigelassen werden sollen. Auch die Taliban wollten Gefangene freilassen. Der Termin war zuvor bereits mehrfach verschoben worden.

          Seit Wochen herrscht Stillstand zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban. Die Freilassung von bis zu 5000 Gefangenen war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in das Abkommen aufgenommen worden, das die Vereinigten Staaten mit den Taliban am 29. Februar unterzeichnet hatten. Die Gefangenen gelten laut Fachleuten als das Hauptdruckmittel der Regierung in Kabul, die Taliban zu Gesprächen zu bringen.

          Streit gibt es auch über die jüngst vorgestellten Unterhändler der afghanischen Regierung. Die Taliban reagierten abweisend auf das 21 Unterhändler umfassende Team, das vom dem ehemaligen Leiter des Nationalen Sicherheitsdirektoriums, Masum Staneksai, angeführt wird. Mehrfach in der Vergangenheit haben die Taliban abgelehnt, direkt mit der Regierung in Kabul zu reden, die sie als „Marionette“ des Westens betrachten.

          Derweil geht der Konflikt im Land weiter. Mindestens sieben Zivilisten sind in der Provinz Helmand im Süden des Landes bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe ums Leben gekommen. Zwei weitere seien verletzt worden, teilten Vertreter der Provinzregierung am Mittwoch mit. Demnach sei ein Minibus nahe der Kleinstadt Girischk, etwa 70 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt, von einer Explosion erfasst worden.

          Helmand wird mehrheitlich von den Taliban kontrolliert. Lediglich drei Bezirke stehen laut Vertretern der Provinzregierung unter voller Kontrolle der afghanischen Sicherheitskräfte.

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