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Erste Wahl nach Mugabe : Historische Abstimmung in Zimbabwe

Emmerson Mnangagwa, Präsident von Zimbabwe, gibt am Montag seine Stimme ab. Bild: dpa

Acht Monate nach dem Militärputsch in Zimbabwe wird in dem Land ein neuer Präsident gewählt. Bei der ersten Wahl ohne Mugabe läuft es auf ein Rennen zwischen zwei Kandidaten hinaus.

          In Zimbabwe haben die ersten Wahlen seit dem Sturz des Langzeitdiktators Robert Mugabe stattgefunden. Er regierte das Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1980 bis zu seinem vom Militär erzwungenen Rücktritt im vergangenen November.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Obwohl insgesamt 23 Kandidaten zur Wahl für das Präsidentenamt zugelassen wurden, dürfte es auf einen Zweikampf zwischen dem amtierenden Präsidenten Emmerson Mnangagwa von der Mugabe-Partei „Zimbabwische Afrikanischen National-Union – Patriotische Front“ und dem Herausforderer Nelson Chamisa von der „Bewegung für Demokratischen Wandel“ hinauslaufen. Erhält keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit, kommt es zu einer Stichwahl im September.

          Ein enger Vertrauter Mugabes

          Erst einen Tag vor der Wahl hatte sich der 94 Jahre alte Mugabe auf einer Pressekonferenz in den Wahlkampf eingemischt und seine Anhänger aufgefordert, für den Oppositionskandidaten Chamisa zu stimmen. Mugabes Wahlempfehlung könnte entscheidend sein.

          Zwar ist der Maoist in weiten Teilen der Bevölkerung verhasst – in den achtziger Jahren kam es zu Massenmorden am Volk der Ndebele. Zudem vertrieb er die weißen Farmer und ruinierte das einst wohlhabende Land wirtschaftlich. Dennoch dürfte es noch einige Hardliner im Land geben, die Mnangagwa den Putsch gegen ihren einstigen Führer nicht verzeihen.

          Der 75 Jahre alte Mnangagwa war lange Zeit ein enger Vertrauter Mugabes, unter anderem Minister und Vizepräsident. Als Mugabes Frau Grace danach trachtete, ihren Gatten als Staatspräsident zu beerben, und ihn veranlasste, Mnangagwa wegen Landesverrats zu entlassen, putsche das Militär und verhalf Mnangagwa schließlich an die Spitze des Staates.

          An dem freien und fairen Verlauf der Wahlen herrschen seit langem Zweifel. So erhielt der amtierende Präsident nicht nur sehr viel mehr Fernsehzeit als seine Herausforderer. Die Opposition behauptet unter anderem auch, dass Soldaten die Landbevölkerung massiv einzuschüchtern versuchten.

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