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Mega-Staudamm in Afrika : Äthiopien bezeichnet erste Flutung als „historisch“

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Eine Luftaufnahme des Staudamms vom 12. Juli 2020. Bild: EPA

Mit viel Pathos lobt Äthiopiens Ministerpräsident die Inbetriebnahme des neuen Mega-Staudamms. Ägypten und Sudan fürchten jedoch um ihre Wasserversorgung – und pochen auf eine rechtliche Vereinbarung.

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          Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hat die erste Etappe der Flutung des am Nil gelegenen Mega-Staudamms als „historisch“ bezeichnet. „Die Tatsache, dass wir diesen Meilenstein aus eigener Kraft geschafft haben, obwohl niemand an unsere Fähigkeiten glaubte, macht diesen Moment sogar noch historischer“, sagte der Friedensnobelpreisträger von 2019 am Mittwoch. Wegen des 2011 begonnenen Projekts ist das Land mit Ägypten und Sudan im Streit.

          Der Abschluss der ersten Flutung zeige die Hingabe der Äthiopier für die Wiedergeburt des Landes, sagte Abiy in einer Erklärung, die im Fernsehen verlesen wurde. Bei der Flutung sei niemand zu Schaden gekommen. Durch die Befüllung ist Äthiopien nun erstmals in der Lage, zwei installierte Turbinen testen zu können, die für die Erzeugung von Energie notwendig sind.

          Die 1,8 Kilometer lange und 145 Meter hohe Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre (GERD) soll mit 6000 Megawatt Jahresleistung das größte Wasserkraftwerk Afrikas werden und 2023 vollständig in Betrieb gehen. Unter den Nil-Anrainern sorgt das Projekt jedoch für Ärger: Äthiopien ist der Auffassung, dass der Damm für seine Stromversorgung unerlässlich ist. Sudan fürchtet hingegen um seine Wasserversorgung ebenso wie Ägypten. Für beide Länder ist der Nil wichtig: Kein Land der Erde ist so abhängig von einem einzigen Fluss wie Ägypten, das nahezu 97 Prozent seines Wasserbedarfs aus dem Nil deckt. (Alle Hintergründe zu dem Streit am Nil lesen Sie hier.)

          Am Dienstag hatte unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) ein Gipfeltreffen zur Beilegung des Streits stattgefunden. An der Videokonferenz nahmen Vertreter aus der Demokratischen Republik Kongo, Ägypten, Äthiopien, Kenia, Mali, Südafrika und Sudan teil. Nach der Konferenz kündigten Ägypten, Äthiopien und Sudan an, die Gespräche fortzuführen. In einer Erklärung vom Mittwochmorgen teilte das ägyptische Außenministerium mit, dass es eine verbindliche rechtliche Vereinbarung für die Flutung und den Betrieb des Staudamms für notwendig halte. Bisher widersetzte sich Äthiopien dem.

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