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China und Australien : Pekinger Erpressung

  • -Aktualisiert am

Breitseite gegen Australien: Der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian Bild: AP

Das Verhalten Pekings gegenüber Australien zeigt, was passiert, wenn man von einer Regierung wie der gegenwärtigen in China abhängig ist. Es erinnert an zweitklassige Kriminalfilme.

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          China gibt auf der politischen Weltbühne gerade ein Lehrstück nach dem anderen. In Hongkong demonstriert die Führung um Xi Jinping, dass internationale Verträge das Papier, auf dem sie einst feierlich niedergelegt wurden, nicht mehr wert sind.

          Gegenüber ethnischen Minderheiten innerhalb Chinas, zum Beispiel den Uiguren, praktiziert die Führung eine Assimilierungspolitik, die für Autonomie jeglicher Art keinen Raum mehr lässt.

          Und auch auf internationaler Ebene handelt Xi Jinping nach dem Motto: Mein Wille geschehe! Eines der Opfer der chinesischen Machtpolitik ist Australien. Das Land ist reich an Rohstoffen, von deren Export es lange Zeit gut gelebt hat. Und da der wirtschaftliche Aufschwung in China mit einem steigenden Bedarf an Rohstoffen einhergeht, sind enge wirtschaftliche Beziehungen entstanden, die aber zu Abhängigkeiten geführt haben.

          Exporte nur bei Wohlverhalten

          Und schon zeigt sich, dass ein Regime, das so „tickt“ wie das gegenwärtige in China, Abhängigkeiten gezielt auszunutzen weiß. Das ist weder neu noch per se verwerflich. Aber im Falle Xi Jinpings artet es in offene Erpressung angeblicher „Partner“ aus.

          Australien lässt man beispielsweise wissen, seine Exportwaren seien selbstverständlich willkommen, aber nur, wenn Canberra im Gegenzug politisches Wohlverhalten an den Tag lege. Ein solches Vorgehen kennt man aus zweitklassigen Kriminalfilmen. Es gibt nur einen Unterschied: Dort siegt am Ende meist das Gute.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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