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Ermordeter Priester : „Ein lieber Mensch“

Der Priester Jacques Hamel ist dem Terrorangriff zum Opfer gefallen. Bild: AFP

Frankreich trauert um den ermordeten Priester Jacques Hamel aus dem Norden des Landes. Wegbegleiter und Gemeindemitglieder beschreiben ihn und gehen davon aus, dass er seine Arbeit bis zum letzten Moment getan hat.

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          Er galt als bescheiden, engagiert und immer verfügbar für Gläubige: Zeit seines Lebens war Vater Jacques Hamel in der Gemeinde von Saint-Etienne-du-Rouvray tätig, bevor er am Dienstagmorgen ermordet wurde. Zwei junge Männer, die sich als Mitglieder des sogenannten „Islamischen Staats“ nannten, stürmten den Gottesdienst in der Nähe von Rouen, nahmen fünf Geiseln und schnitten dem 85 Jahre alten Priester schließlich die Kehle durch.

          Martin Franke
          (marf.), Online-Redakteur/in vom Dienst

          Ganz Frankreich steht noch unter Schock: ein „schändlicher Terroranschlag“, so Frankreichs Staatspräsident Hollande. Der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, sagte: „Ich schreie zu Gott“. „Ein lieber Mensch“, betrauerte Philippe Maheut, der Generalvikar der Diozöse von Rouen, den Tod des Priesters in der Zeitung „Le Monde“. „Ein großer Mensch voller Solidarität und Großzügigkeit“, beschreibt ein anderer den Kirchenmann. Vor rund zehn Jahren wurde Hamel vom Dienst freigestellt, übernahm jedoch Hilfsaufgaben in der Pfarrkirche, wenn Vater Auguste Moanda-Phuati zu beschäftigt war.

          Geboren im Jahre 1930 im Arbeiterstädtchen Darnétal – unweit von Rouen im gleichen Département Seine-Maritime – begann Hamel mit 28 Jahren den Dienst als Priester. Sein gesamtes Leben hat er im Norden Frankreichs verbracht, bevor er mit 75 Jahren offiziell das Amt seinem Nachfolger überließ.

          Jacques Hamel war in seiner Region auch dafür bekannt, den interreligiösen Dialog zu fördern. So pflegte er ständigen Kontakt zu einem Imam aus der Gegend. „Absurd“, kommentierte dieser das Attentat gegenüber der Zeitung „Le Monde“. „So wie ich ihn kannte, bin ich mir sicher, dass er zu ihnen gesprochen hat.“ Gemeint sind damit wohl die beiden Terroristen, die das Leben des Jacques Hamel genommen haben.

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