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Ermordete Pariser Polizisten : „Je suis Ahmed“

Bei Twitter wurde ein Bild veröffentlicht, das den Polizisten Ahmed Merabet zeigen soll. Bild: Twitter/akchishti

Viele gedenken der getöteten Zeichner und Journalisten. Doch auch zwei Polizisten verloren ihre Leben, weil sie ihre Pflicht taten. Einer davon war muslimischen Glaubens – wie die Attentäter.

          2 Min.

          Nicht alle in Frankreich „sind Charlie“. Manche sagen „Je suis Ahmed“ – in Verbeugung vor dem muslimischen Polizisten, der in Paris von den Terroristen unmittelbar nach ihrem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ kaltblütig erschossen worden war.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Rom.

          Er sprach fließend arabisch wegen seiner algerischen Wurzeln, er war Muslim, er war ein begeisterter Sportler und er war bei seinen Kollegen sehr beliebt. Ahmed Merabet, 42 Jahre alt, hatte am vergangenen Mittwoch das Pech, zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein. Doch er tat seine Pflicht als Polizist des 11. Arrondissements, das er vor Gewalttätern jeder Art zu schützen hatte.

          Mit seinem Fahrrad auf dem Boulevard Richard-Lenoir unterwegs, zog er seine Waffe, als sich der schwarze Citroën näherte. Im Wagen saßen die Brüder Chérif und Saïd Kouachi, die gerade Redakteure und Zeichner der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ brutal ermordet hatten.

          Polizisten hatten keine Chance gegen Attentäter

          Gegen die schwer bewaffneten Attentäter hatte Merabat nie eine Chance. Während des Feuergefechts wurde er in der Leistengegend getroffen und fiel stöhnend auf den Bürgersteig. Doch die Brüder Kouachi wollten sich damit nicht zufrieden geben.

          Anstatt die Flucht fortzusetzen, was ohne weiteres möglich gewesen wäre, sprangen sie mit ihren Sturmgewehren aus dem Wagen. Einer von ihnen lief auf Merabet zu und schrie ihn an: „Willst Du uns töten?“. Der Angeschossene hob den Arm und gab zurück: „Nein, ist schon gut, Chef“. Das waren seine letzten Worte. Einer der Kouachi-Brüder schoss ihm aus nächster Nähe in den Kopf. Eine kaltblütige Hinrichtung eines Glaubensbruders durch jene, die vorgeben, im Namen Allahs zu töten.

          Amateur-Video : Attentäter erschießen kaltblütig Sicherheitskraft

          All das ist im Internet aus nächster Nähe zu sehen. Ein Anwohner filmte ein Video, das die französischen Fernsehsender wegen seiner Brutalität nicht in vollständiger Länge zeigen.

          Ahmed wurde „wie ein Hund erschossen“, empörte sich einer seiner Kollegen, der Sprecher der Polizeigewerkschaft SGP-FO, Nicolas Comte. Seit seinem Tod häufigen sich die Würdigungen des Polizisten, der auf den überall veröffentlichten Fotos sympathisch blickt. Im März wollte er seine lokale Polizeistelle verlassen und einen anspruchsvolleren Posten bei der Kriminalpolizei annehmen. Dafür hatte er sich länger weitergebildet und qualifiziert.

          Als die tödlichen Schüsse auf Ahmed Merabet fielen, war sein Kollege Franck Brinsolaro schon tot. Der 48 Jahre alte Polizist war für die Bewachung des Chefredakteurs von „Charlie Hebdo“, Stéphane Charbonnier, abgestellt. Nach Augenzeugenberichten hatte er nicht einmal Zeit, seine Waffe zu ziehen, als die Attentäter in die Redaktion stürmten.

          Brinsolaro hatte gerade die junge Chefredakteurin einer Lokalzeitung geheiratet. Zusammen hatten sie eine einjährige Tochter. „Ganz Frankreich muss sich jetzt mobilisieren“, sagte sein Zwillingsbruder, Philippe Brinsolaro, der auch Polizist ist, am Donnerstag, „man darf die Meinungsfreiheit nicht so angreifen, wie es geschehen ist.

          Mehrere Polizeigewerkschaften forderten unterdessen eine schwerere Bewaffnung der Beamten. „Wir sind mit hochgefährlichen Terroristen konfrontiert und müssen auf diese neue Gefahr besser eingestellt sein“, sagt Gewerkschaftssprecher Comte. Im Zuge der ausgerufenen höchsten Alarmstufe des Planes „Vigipirate“ sind die meisten Polizisten bereits mit Maschinenpistolen und kugelsicheren Westen ausgestattet worden. Viele Polizisten fordern nun, diese permanent tragen zu dürfen.

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