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Dupond-Moretti : Ermittlungen gegen Frankreichs Justizminister

  • Aktualisiert am

Eric Dupond-Moretti am Freitag in Paris. Bild: AFP

Hat Eric Dupond-Moretti seine Position als Justizminister ausgenutzt, um Streitfälle aus seiner Zeit als Anwalt zu regeln? Premierminister Castex spricht Dupond-Moretti sein volles Vertrauen aus.

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          In Frankreich ist ein Ermittlungsverfahren gegen Justizminister Éric Dupond-Moretti eingeleitet worden. Dies habe der Gerichtshof der Republik wegen des Verdachts auf einen Interessenskonflikt entschieden, teilten die Anwälte des Minister am Freitag mit. Zuvor hatte es etwa sechs Stunden lang Vernehmungen gegeben. Man wolle gegen die Entscheidung vorgehen, kündigte Anwalt Christophe Ingrain an. Dupond-Moretti hat die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten. Premierminister Jean Castex sprach seinem Justizminister in einem Schreiben erneut sein volles Vertrauen aus.

          Medienberichten zufolge ist es das erste Mal, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen amtierenden französischen Justizminister eröffnet wird. 

          Die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens kommt in Frankreich noch keiner Anklage gleich. Das Verfahren kann am Ende zu einem Strafprozess führen, falls die Ermittler ausreichend Beweise gegen den Beschuldigten sehen. Andernfalls können sie das Verfahren auch wieder einstellen. 

          Dem Sender France Info zufolge geht es bei den Ermittlung darum, dass Dupond-Moretti seine Position als  Justizminister ausgenutzt haben soll, um Streitfälle aus seiner Zeit als Anwalt zu regeln. Dazu soll er etwa administrative Untersuchungen gegen drei hohe Beamte des Justizapparats angeordnet haben. Zwei Gewerkschaften von Richtern und Staatsanwälten hatten die Vorwürfe gegen Dupond-Moretti vorgebracht.

          Dupond-Moretti ist seit einem Jahr Justizminister. Er folgte bei einer Regierungsumbildung im Juli 2020 überraschend auf Nicole Belloubet. Schon vor seiner Ernennung war Dupond-Moretti in Frankreich nicht unumstritten. Er war als Starverteidiger bekannt und war Anwalt in diversen aufsehenerregenden Prozessen.

          Die Vernehmung Dupond-Morettis fand vor dem Gerichtshof der Republik statt, der ausschließlich über die Verfehlungen französischer Minister in Ausübung ihres Amtes urteilt.

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